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Frankreich
Coming home

Coming home

am 16. September 2015 | 2 Kommentare

Unser letzter Reisebericht. Ein letztes Mal die Fotos, die viele Erinnerungen wach rufen, durchschauen und sortieren. Ein letztes Mal das Erlebte detailliert niederschreiben. Fast wehmütig sitzen wir vor unserem kleinen Tablet in unserem Lieblingscafé in Bochum, wo wir die nun sehr viel seltener gewordene Freizeit genießen. Wir sind angekommen in dem “anderen” Leben. Wir haben uns wieder an vieles, was vor unsere Reise so selbstverständlich war, gewöhnt und beginnen, uns neu zu orientieren. Wohnungs- und Jobsuche und damit den Sprung in den normalen Alltag haben wir erfolgreich hinter uns gebracht und unsere zurückliegende Reise auf dem Fahrrad rückt in den Hintergrund. In diesem Leben, welches so einnehmend und schnell ist, muss man immer wieder ganz bewusst die Zeit finden, sich zurückzuerinnern. Deswegen hat es auch richtig lange gebraucht, bis wir die nötige Zeit und Ruhe hatten, diesen letzten Reisebericht zu verfassen. Vor allem jetzt, da uns der schnelllebige Alltag voll im Griff hat, blicken wir sehnsüchtig zurück auf unseren stressfreien und absolut entschleunigten Alltag, den wir im letzten Jahr so genossen haben. Wenn wir eine Fahrradtour bei schönem Wetter unternehmen, fällt es manchmal schwer, diese Runde wirklich wieder am Startpunkt zu beenden. Es wird sicherlich noch lange dauern und viel Organisation bedürfen, bis wir wieder 100% verwurzelt sind und uns nicht nach der unbekannten Ferne sehnen. Paris verließen wir wieder entlang eines Kanals und waren so schnell im Grünen und außerhalb des Verkehrs der Großstadt unterwegs. Wir nutzten die Ruhe auf dem Fahrradweg entlang des Kanals morgens früh, um das Öl unserer Rohloff-Naben zu wechseln (zum dritten Mal auf unserer Reise!). Bald schon radelten wir durch die Champagne. Das Wetter war grandios und der Wind fegte über die weiten landwirtschaftlich genutzten Flächen. Immer wieder kamen wir durch niedliche Dörfer, die wir als das Highlight der Champagne empfanden. Es war trotz der Sonne ziemlich kühl, aber wir wollten unbedingt wieder in unserem Zelt schlafen, welches wir in Paris in einem Postpaket erhalten hatten. Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt und bemerkt, dass das große Zelt, welches wir bis China mit uns trugen, gegenüber unserem zweiten, kleineren Zelt eigentlich nur den Vorteil bietet, dass man alle 10 Fahrradtaschen trocken im Vorzelt verstauen kann. Doch obwohl wir nun wieder unsere gesamte Campingausrüstung mit uns...

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ferner Süden – naher Westen

ferner Süden – naher Westen

am 12. März 2015 | 5 Kommentare

Wochen der extremsten Gegensätze liegen hinter uns. Wir haben uns in der reichsten Stadt Südostasiens von diesem sehr abwechslungsreichen Teil der Erde verabschiedet und sind wieder zurück nach Europa geflogen. Von der heiß-schwülen Luft und der warmen Gastfreundschaft nahe des Äquators sind wir von einem Flieger in das feucht-kühle März-Wetter und die zurückhaltendere europäische Freundlichkeit im Osten von Frankreich katapultiert worden. Den bunten Mix der Kulturen in Malaysia und Singapur haben wir innerhalb eines Tages gegen die uns bekannte Gesellschaft Europas eingetauscht. Nach unserer faulen Woche auf Tioman freuten wir uns wieder so richtig darauf, endlich wieder aktiv zu werden und auf die Fahrräder zu steigen. Bis zu unserem Endziel Singapur waren es nur zwei Fahrradtage und wir waren voller Euphorie: unsere letzten Kilometer in Asien lagen vor uns! Unsere Laune bekam allerdings bald einen Dämpfer: Wir fuhren entlang der einzigen Straße, die Mersing und somit die gesamte Ostküste der malayischen Halbinsel mit Singapur verbindet. Dementsprechend wurde die Straße immer voller je näher wir Singapur kamen und die Autofahrer schienen immer weniger Rücksicht auf uns zu nehmen. Völlig gestresst aber glücklicherweise unversehrt erreichten wir die Grenze nach Singapur bei Johor Bahru. Johor Bahru ist so etwas wie eine malayische Vorstadt von Singapur, in der man verhältnismäßig günstig leben kann während man in Singapur das große Geld verdient. Dementsprechend ist der Verkehr zwischen den beiden Städten ziemlich rege – und wir steckten mitten drin Unser letzter Grenzübergang in Asien war wohl gleichzeitig auch unser geschäftigster. Es gibt eine gesonderte Spur nur für Motorradfahrer, die sich in ca. 20 Warteschlangen für die einzelnen Schranken aufsplittet. Wir beschlossen, wohl am ehesten zu den Motorradfahrern zu gehören (erstaunlicherweise gab es für Fahrradfahrer keine eigene Spur ). Und obwohl wir nicht zur Rush-hour unterwegs waren und der ganze Prozess schon ziemlich optimiert ist, dauerte es über eine Stunde, bis wir endlich die heiß ersehnten Stempel in den Pässen hatten! In Singapur hatten wir etwa 30 km zurückzulegen, um zu dem südlichsten Punkt der Stadt und damit zum südlichsten Punkt unserer Reise zu gelangen. Staunend radelten wir durch Singapur mit seinen breiten, sauberen Straßen, seinem geordneten Verkehr und vor allem seinen zahlreichen Grünflächen und Alleen. Die Stadt ist unglaublich grün, das hatten wir wirklich nicht...

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