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Reiseberichte
Coming home

Coming home

am 16. September 2015 | 2 Kommentare

Unser letzter Reisebericht. Ein letztes Mal die Fotos, die viele Erinnerungen wach rufen, durchschauen und sortieren. Ein letztes Mal das Erlebte detailliert niederschreiben. Fast wehmütig sitzen wir vor unserem kleinen Tablet in unserem Lieblingscafé in Bochum, wo wir die nun sehr viel seltener gewordene Freizeit genießen. Wir sind angekommen in dem „anderen“ Leben. Wir haben uns wieder an vieles, was vor unsere Reise so selbstverständlich war, gewöhnt und beginnen, uns neu zu orientieren. Wohnungs- und Jobsuche und damit den Sprung in den normalen Alltag haben wir erfolgreich hinter uns gebracht und unsere zurückliegende Reise auf dem Fahrrad rückt in den Hintergrund. In diesem Leben, welches so einnehmend und schnell ist, muss man immer wieder ganz bewusst die Zeit finden, sich zurückzuerinnern. Deswegen hat es auch richtig lange gebraucht, bis wir die nötige Zeit und Ruhe hatten, diesen letzten Reisebericht zu verfassen. Vor allem jetzt, da uns der schnelllebige Alltag voll im Griff hat, blicken wir sehnsüchtig zurück auf unseren stressfreien und absolut entschleunigten Alltag, den wir im letzten Jahr so genossen haben. Wenn wir eine Fahrradtour bei schönem Wetter unternehmen, fällt es manchmal schwer, diese Runde wirklich wieder am Startpunkt zu beenden. Es wird sicherlich noch lange dauern und viel Organisation bedürfen, bis wir wieder 100% verwurzelt sind und uns nicht nach der unbekannten Ferne sehnen. Paris verließen wir wieder entlang eines Kanals und waren so schnell im Grünen und außerhalb des Verkehrs der Großstadt unterwegs. Wir nutzten die Ruhe auf dem Fahrradweg entlang des Kanals morgens früh, um das Öl unserer Rohloff-Naben zu wechseln (zum dritten Mal auf unserer Reise!). Bald schon radelten wir durch die Champagne. Das Wetter war grandios und der Wind fegte über die weiten landwirtschaftlich genutzten Flächen. Immer wieder kamen wir durch niedliche Dörfer, die wir als das Highlight der Champagne empfanden. Es war trotz der Sonne ziemlich kühl, aber wir wollten unbedingt wieder in unserem Zelt schlafen, welches wir in Paris in einem Postpaket erhalten hatten. Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt und bemerkt, dass das große Zelt, welches wir bis China mit uns trugen, gegenüber unserem zweiten, kleineren Zelt eigentlich nur den Vorteil bietet, dass man alle 10 Fahrradtaschen trocken im Vorzelt verstauen kann. Doch obwohl wir nun wieder unsere gesamte Campingausrüstung mit uns...

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ferner Süden – naher Westen

ferner Süden – naher Westen

am 12. März 2015 | 5 Kommentare

Wochen der extremsten Gegensätze liegen hinter uns. Wir haben uns in der reichsten Stadt Südostasiens von diesem sehr abwechslungsreichen Teil der Erde verabschiedet und sind wieder zurück nach Europa geflogen. Von der heiß-schwülen Luft und der warmen Gastfreundschaft nahe des Äquators sind wir von einem Flieger in das feucht-kühle März-Wetter und die zurückhaltendere europäische Freundlichkeit im Osten von Frankreich katapultiert worden. Den bunten Mix der Kulturen in Malaysia und Singapur haben wir innerhalb eines Tages gegen die uns bekannte Gesellschaft Europas eingetauscht. Nach unserer faulen Woche auf Tioman freuten wir uns wieder so richtig darauf, endlich wieder aktiv zu werden und auf die Fahrräder zu steigen. Bis zu unserem Endziel Singapur waren es nur zwei Fahrradtage und wir waren voller Euphorie: unsere letzten Kilometer in Asien lagen vor uns! Unsere Laune bekam allerdings bald einen Dämpfer: Wir fuhren entlang der einzigen Straße, die Mersing und somit die gesamte Ostküste der malayischen Halbinsel mit Singapur verbindet. Dementsprechend wurde die Straße immer voller je näher wir Singapur kamen und die Autofahrer schienen immer weniger Rücksicht auf uns zu nehmen. Völlig gestresst aber glücklicherweise unversehrt erreichten wir die Grenze nach Singapur bei Johor Bahru. Johor Bahru ist so etwas wie eine malayische Vorstadt von Singapur, in der man verhältnismäßig günstig leben kann während man in Singapur das große Geld verdient. Dementsprechend ist der Verkehr zwischen den beiden Städten ziemlich rege – und wir steckten mitten drin Unser letzter Grenzübergang in Asien war wohl gleichzeitig auch unser geschäftigster. Es gibt eine gesonderte Spur nur für Motorradfahrer, die sich in ca. 20 Warteschlangen für die einzelnen Schranken aufsplittet. Wir beschlossen, wohl am ehesten zu den Motorradfahrern zu gehören (erstaunlicherweise gab es für Fahrradfahrer keine eigene Spur ). Und obwohl wir nicht zur Rush-hour unterwegs waren und der ganze Prozess schon ziemlich optimiert ist, dauerte es über eine Stunde, bis wir endlich die heiß ersehnten Stempel in den Pässen hatten! In Singapur hatten wir etwa 30 km zurückzulegen, um zu dem südlichsten Punkt der Stadt und damit zum südlichsten Punkt unserer Reise zu gelangen. Staunend radelten wir durch Singapur mit seinen breiten, sauberen Straßen, seinem geordneten Verkehr und vor allem seinen zahlreichen Grünflächen und Alleen. Die Stadt ist unglaublich grün, das hatten wir wirklich nicht...

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Alles was das radreisende Herz begehrt

Alles was das radreisende Herz begehrt

am 3. März 2015 | 1 Kommentar

Weiter unberührter Dschungel, endlose Palmöl-Plantagen, einsame Berglandschaften, Traumstrände und -inseln, faszinierende Unterwasserwelt, unendliche Gastfreundschaft, kulturelle Vielfalt, einfache Kommunikation und tiefgehende Gespräche, abwechslungsreiches und leckeres Essen und das heißeste Klima, welches wir auf unserer Reise bisher erlebt haben – so lässt sich Malaysia, wie wir es kennen gelernt haben, wunderbar kurz und treffend zusammenfassen Als unser vorletztes südostasiatisches Land, auf welches nur noch Singapur als Millionenmetropole folgt, bereitet uns Malaysia einige der schönsten Wochen unserer gesamten Reise. Malaysia scheint uns noch einmal an so einige Erlebnisse des letztens Jahres erinnern zu wollen: Wir hatten einsame Tage in den Bergen des malayischen Inlands, die unseren Beinen wieder viel Kraft und unseren Köpfen einiges an Motivationsfähigkeit abverlangten. Zwar konnten wir in regelmäßigen Abständen Essensgelegenheiten finden, aber zum Schlafen waren wir auf das Zelt angewiesen, so dass wir uns an unsere abenteuerlichen und mental als auch körperlich harten Tage in Kirgisistan zurückversetzt fühlten – allerdings mit viel besserem Essen . Wir radelten sowohl durch endlos erscheinenden Dschungel, dessen Rufe und Laute der Affen, Vögel und Insekten ein Konzert boten das Gänsehaut verursachen konnte aus Faszination von dieser wilden und intakten Natur. Im totalen Gegensatz dazu standen ewige Kilometer entlang von Palmöl- und Kautschukplantagen, die eine traurige Ruhe und Gleichmäßigkeit entlang der Straße darstellten. Wie auch schon im Südosten Chinas war es erschreckend zu sehen, wie sehr der Mensch die Natur in Anspruch nimmt und die natürliche und wilde Vielfalt durch Einöde der Ordnung ersetzt. Wir können uns natürlich als Nutznießer der Erschließung von unberührten Teilen unserer Erde auch nicht lossagen. Wir radelten meistens auf gut ausgebauten und breiten Straßen! Ansonsten wäre es nicht so einfach gewesen, diese tolle Natur zu sehen, die ein klares Highlight unserer Reise ist. Auch die Menschen, die wir auf unserem Weg trafen stellen definitiv einen Höhepunkt unserer Reise dar. Während unserer gesamten Zeit auf dem Festland haben wir so gut wie kein Geld ausgeben KÖNNEN! Dadurch, dass wir viele Nächte im Zelt schliefen, blieb uns nur noch die Möglichkeit, unsere Malayischen Ringit für Nahrung auszugeben. Doch kaum setzten wir uns in ein Restaurant, wurden wir von irgendjemandem interessiert angesprochen, der dann nicht selten darauf bestand, unsere Rechnung zu übernehmen. Wir konnten es manchmal gar nicht glauben, wie freundlich...

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Kambodschas Tempel & Thailands Strände

Kambodschas Tempel & Thailands Strände

am 9. Februar 2015 | 2 Kommentare

In dem letzten Monat haben wir nicht nur das kleine und arme Land Kambodscha von Ost nach West durchquert, sondern sind mit dem Grenzübertritt nach Thailand und auf unserem Weg entlang der Küste in eine Welt eingetaucht, die wohl gegensätzlicher zum Rest unserer gesamten Reise nicht sein könnte: Wir verbringen gemütliche Tage auf dem Fahrrad während wir die flachen Küstenstraßen entlang rollen und faule Tage an atemberaubenden, endlosen Stränden, die wir oft nur mit wenigen anderen Touristen teilen müssen. Wir staunen meist nicht schlecht über den wirklich guten Standard, der dem europäischen schon sehr nah kommt und genießen das leckere und überall zu bekommende Thai-Essen. Thailand an sich steht wirtschaftlich schon recht gut da und der Süden, den wir näher erkunden, ist auch noch der reichere Teil des Landes! Von dem armen Kambodscha kommend, in dem der Luxus des Reisens ausschließlich Langnasen vorbehalten zu sein scheint und die Tourismusbranche in den Händen der Ausgewanderten der selben Spezies liegt, freuen wir uns in Thailand darüber, unsere kleinen Paradiese oft nur mit Thais zu teilen. Ein schöner Gedanke zu wissen, dass eine tolle Urlaubsdestination für einheimische Urlauber so einladend hergerichtet wurde und nicht ein „Disneyland“ für westliche Touristen ist – halt einfach authentisch! Natürlich gibt es auch hier in Thailand davon Ausnahmen, zum Beispiel die Insel Koh Tao, die beliebt ist als günstiges Reiseziel für Taucher, oder solche, die welche werden wollen – so wie wir Von Banlung aus fuhren wir über geteerte und fast leere Straßen in Richtung Siem Reap, dem Ort an dem man die berühmten Ruinen der großen Khmer Tempel rund um Angkor Wat besuchen kann. In Kambodscha gibt es gerade im von uns beradelten nördlichen Teil eher wenige große Städte mit Hotels und Guesthouses. Meist gibt es solche nur in den Provinzhauptstädten. Die Längen unserer Tagesetappen waren dementsprechend ambitioniert. Direkt am ersten Tag fuhren wir über 140 km von Banlung bis in die nächste Provinzhauptstadt Stung Treng. Zu unserem Glück wurde die Straße erst vor wenigen Jahren asphaltiert und wir konnten diese Kilometer mit Rückenwind auf guter Straße ohne Steigungen abspulen. Schockiert waren wir allerdings über das Landschaftsbild: Wo vermutlich noch vor einigen Jahren dichter Urwald gestanden hatte, sah man jetzt nur noch angepflanzte Plantagen. Nicht selten...

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Ein Abstecher zum Chinesischen Meer

Ein Abstecher zum Chinesischen Meer

am 6. Januar 2015 | 3 Kommentare

Seit unserem letzten Reisebericht ist viel Zeit vergangen und so einige hundert Kilometer zählt unser Kilometerstand auf dem Tacho mehr. Von Vientiane sind wir ein Stück den Mekong herunter gefahren, um schon nach wenigen Tagen in Richtung Osten nach Vietnam abzubiegen. Innerhalb von 18 Tagen sind wir von Nordvietnam nach Südvietnam gefahren, haben unsere Füße ins wilde chinesische Meer gehalten, die Regenzeit in Zentralvietnam überstanden und viele Facetten des Landes kennengelernt. Und obwohl wir nun wieder weit weg vom chinesischen Meer sind, kommt hier in Kambodscha das absolute Urlaubsfeeling auf. Wir schlürfen Cocktails oder Fruchtshakes bei strahlendem Sonnenschein, während wir unter Palmen in der Hängematte schaukeln und den Blick über den kleinen See hier in Ban Lung schweifen lassen. Und nein, das ist jetzt nicht übertrieben! Wir sind tatsächlich mit dem Fahrrad bis in begehrte Winterurlaubs-Destinationen geradelt – ein unglaubliches Gefühl wenn wir auch nicht jeden Kilometer aus eigener Kraft bewältigt haben… wir sind trotzdem stolz! Die Hauptstadt von Laos verließen wir mit teuren Visa für Vietnam in unseren Reisepässen und folgtem dem Mekong auf dem flachen Highway 13 Richtung Süden. Wir kamen richtig schnell voran, im Schnitt 20 km/h zu radeln war ein Klaks! Die Sonne schien angenehm warm auf uns herunter und der Fahrtwind bewahrte uns vorm Schwitzen. Rechts von uns konnten wir immer mal wieder einen Blick auf den breiten Mekong werfen und schon einmal nach Thailand auf der anderen Uferseite herüberwinken. Die Sonne tauchte die Landschaft um uns herum in ein Meer aus Gold, denn auf abgeernteten Reisfeldern standen trockene, gelbe Halme. Hin und wieder wurde das Gold aber auch unterbrochen von tiefem Schwarz. Die Laoten brennen nämlich zu dieser Zeit des Jahres ihre Felder ab, damit sie sie bald wieder neu bewirtschaften können. Nach 2 Tagen bogen wir in Vieng Kham von dem Highway 13 auf die Straße 8 ab, die uns nach Osten in Richtung Vietnam führte. Auf dieser Straße hatten wir kaum noch Verkehr, immer schroffere Berge erhoben sich um uns herum und wir genossen tolle Ausblicke auf die Karstlandschaft. Da wir die Kong Lor Höhle anschauen wollten, mussten wir diese wunderschöne Straße verlassen und legten damit einen Umweg ein. Wir staunten nicht schlecht, als sich plötzlich eine total flache Ebene vor...

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Entspannen in Laos

Entspannen in Laos

am 12. Dezember 2014 | 9 Kommentare

Wir sind nun bereits seit mehr als 2 Wochen in Laos. In dieser Zeit haben sich uns gefühlt mehr Rätsel aufgetan als Fragen geklärt. Die Menschen in diesem Land sind einige der ärmsten, die wir bisher auf unserer Reise getroffen haben. Auf unserem Weg durch die kleinen Dörfer sehen wir immer wieder Bambushütten, in denen die Menschen auf engem Raum leben. Wie auch schon in Kirgisistan beobachten wir, dass die Häuser in den Dörfern selten über fließend Wasser verfügen. Während wir auf dem staubigen Highway neben den Lastern entlang rollen, waschen Frauen an den öffentlichen Wasserstellen direkt an der Straße ihre Wäsche. Mädchen und Frauen duschen sich in Kleidung oder mit einem Handtuch um den Körper gewickelt. Manchmal gibt es den Luxus eines Sichtschutzes zum Duschen. Kinder spielen an der Straße. Auf nackten Füßen jagen sie einem ausrangierten, alten Reifen hinterher, den sie mit einem Stock immer wieder anstoßen und balancieren. Hühner, Schweine und Hunde suchen am Straßenrand nach Nahrung. Der Unterschied zwischen den Dörfern und Städten ist riesig. Vor allem die Städte, die von Touristen angesteuert werden, sind wie eine andere Welt. Dort wo Backpacker sind, findet man Straßen voller Restaurants und Bars, die Burger, Pommes und Cocktail-Happy-Hours anbieten, und Guesthouses, die über westliche Toiletten verfügen. Laos ist das von westlichen Touristen am meisten überrannte Land, welches wir auf unserer Reise besucht haben. Schon längst kein Geheimtipp mehr! Wir beobachten das gleiche Phänomen wie in den chinesischen touristischen Städten: das wirkliche Leben macht einem Paradies Platz, welches den Touristen (in diesem Fall sind es Europäer, Amerikaner, Kanadier, Australier, Thailänder und Chinesen) einen möglichst einfachen und sorgenfreien Alltag ermöglichen will – manche Städte halten vielleicht sogar mit dem Ballermann mit. Und trotz dieser zwei gegensätzlichen Welten, die hier nebeneinander existieren, sind die Laoten die bestgelauntesten Menschen, die wir bisher kennengelernt haben, von Neid beim Anblick der wohlgenährten und gut gekleideten Touristen keine Spur! Die Frau, die einen Holzwagen durch die Straßen zieht, auf dem sie den Plastikmüll einsammelt, schaut auf, wenn wir vorbei laufen und lächelt uns freundlich an – kein Betteln, von negativen Gefühlen keine Spur! Wir sind immer wieder überrascht, wie glücklich die Laoten auf uns wirken. Ein Lächeln sitzt immer locker auf den Lippen und die...

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Auf in den Süden

Auf in den Süden

am 26. November 2014 | 2 Kommentare

Wir haben China hinter uns gelassen und sind nun in Laos! Unglaublich auch für uns, dass wir schon so weit gekommen sind. Wir haben das Gefühl nun in dem entspannteren Teil unserer Reise mit viel Urlaubsfeeling angekommen zu sein. Auch das Klima hat sich innerhalb der letzten Tage sehr geändert, wir sind nun wirklich in den Subtropen und schwitzen, schwitzen, schwitzen sobald die Sonne sich einmal zeigt Von Lijiang haben wir noch ein Stück die Pfade der Touristenmassen verfolgt und sind nach Dali gefahren. Ein paar Berge standen uns bis zu diesem Ziel noch im Weg, die wir aber recht mühelos überwunden haben. Danach rollten wir am Erhai-See entlang durch ein breites Tal auf einer super Straße. Bereits mittags kamen wir in der Altstadt von Dali an. Den verbleibenden Nachmittag verbrachten wir damit, die Altstadt zu erkunden. Ebenso wie Lijiang, ist auch die Altstadt von Dali komplett in der Hand der Touristen. Es war schön, sich das Getummel einen Nachmittag lang anzuschauen und dann am nächsten Tag wieder aufzubrechen. Wir hatten erst einmal genug von dem Massentourismus. Wahrscheinlich tun wir Dali aber auch ein wenig Unrecht, da wir nur sehr kurz dort waren und viele Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten nicht mitgenommen haben. Nach sechs Wochen China hatten wir mal wieder Lust auf eine Veränderung der Kultur und sehnten uns Laos herbei, unserem nächsten Land auf unsere Route. Deswegen entschieden wir uns, ein wenig aufs Tempo zu drücken. Bis zur Grenze waren es noch 750 km und wir haben eine fixe Deadline, zu der wir in einer größeren Stadt mit schnellem Internet sein müssen. Vera und Andreas, Thorstens Bruder, heiraten am Samstag standesamtlich und wir wollen natürlich live dabei sein (auch wenn es leider nur per Skype möglich ist). Da Laos nicht das bevölkerungsreichste Land ist, war unser Ziel damit Luang Prabang, ca. 300 km nach der Grenze. Wir hatten also innerhalb von 13 Tagen 1050 km zu erradeln, eine Strecke für die wir normalerweise einen Monat einplanen. Die bergige Landschaft machte unser Ziel noch ein wenig ambitionierter Voller Tatendrang brachen wir aus Dali auf. Obwohl wir uns beide eine ordentliche Erkältung eingefangen hatten, wollten wir zumindest ein paar Kilometer fahren. Wir radelten also erst einmal in die neue Stadt Dali,...

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Auf touristischen Pfaden

Auf touristischen Pfaden

am 14. November 2014 | 1 Kommentar

Wir sind in Lijiang angekommen und haben unser Quartier in der Altstadt bezogen. Sind wir vorher über 20 Tage durch Regionen gefahren, die von Touristen sehr selten besucht werden, sind wir nun mit einem Mal in einer Welt voller Souvenirshops und Snackständen gelandet. Für uns mal wieder die Gelgenheit andere Reisende zu treffen, Cappuccinos zu trinken und das leichte Touristenleben zu genießen. Dazu gehörte für uns auch der Besuch der Tigersprung-Schlucht im Norden von Lijiang. Unser Aufbruch aus dem Urlaubsziel der reicheren Chinesen, dem Lugu Lake, wurde von schönem Wetter und einer neuen Straße begleitet. So hatten wir nach den Pausentagen einen leichten Start, da sich die Passstraße nur seicht den Berg hochschlängelte und uns sogar am Ende der Steigung ein paar Höhenmeter durch einen Tunnel erspart. Die Strecke führte von dort an größtenteils bergab bis Ninglang. Wir schliefen mit dem Gedanken ein, dass uns nur noch 2 Fahrradtage und 2 Pässe von unserem Zwischenziel Lijiang trennten. Das böse Erwachen ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Schon nach 15 km am nächsten Tag kamen wir zu einem Informationsschild auf Chinesisch, welches uns verdächtig vorkam. Mit unserer Übersetzungssoftware haben wir dann schnell erfahren, dass die Straße nach Lijiang wegen Bauarbeiten komplett gesperrt ist. Anscheinend wird auch hier die Straße neu gebaut. Für uns hieß das: 70 km und 1400 Höhenmeter Umweg! Aus den geplanten 2 Tagen und Pässen wurden 3 Tage und 5 Pässe, denn der Umweg führte uns über eine ältere Straße die sich auch mal gerne den Berg hochschlängelt um dann direkt nach einer winzig kleinen Siedlung wieder runter ins Tal zu führen. Da wir unbedingt schnell nach Lijiang wollten, haben wir uns in diesen Tagen auch richtig ausgepowert. An unserem längsten Tag sind wir 8 Stunden Fahrrad gefahren – von Sonnenaufgang bei -2 °C bis zum Sonnenuntergang bei 20°C. Wir quälten uns die Berge hoch, fluchten über Straßen die auf und ab am Hang entlang führten, anstatt in der flachen Ebene, erfreuten uns an den prunkvoll gekleideten Einheimischen und fuhren rasante Abfahrten hinab. Am Abend haben wir uns selber ein wenig über unsere Leistung gewundert. Wir sind 1768 Höhenmeter geklettert und haben 115 km geschafft. Die Berge von Sichuan haben uns richtig fit gemacht. Als Belohnung...

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In den Bergen von Sichuan

In den Bergen von Sichuan

am 6. November 2014 | 2 Kommentare

Seit etwa 2 Wochen radeln wir nun durch die grünen Berge im Südosten Chinas. Wir haben hier unsere sportliche Herausforderung gefunden! 1000 Höhenmeter an einem Tag zu erklimmen, ist normal für uns geworden. Wir staunen immer wieder am Ende eines Tages über unsere Leistung, schauen dann auf unsere wachsenden Bäuche (das chinesische Essen ist gefährlich lecker!) und fragen uns, wie das alles zusammen passt China stand bei unserer ursprünglichen Planung überhaupt nicht auf der Liste der Länder, die wir bereisen wollten. Auch hatten wir uns nie besonders auf dieses Land gefreut. Nach einem Monat in diesem Land sind wir aber sehr positiv überrascht und froh, einige Vorurteile gegebenüber dem Land und den Leuten abgebaut zu haben. Wir haben die Chinesen bisher als sehr hilfsbereit und freundlich kennengelernt. In China sprechen meist nur die sehr gebildeten Leute Englisch, so dass sich für uns immer wieder Schwierigkeiten in der Kommunikation ergeben. Nicht selten hält dann ein hilfsbereiter Mensch an und übersetzt für uns – egal wie lange unsere Angelegenheit dauert, sie sind immer sehr geduldig und tun alles, um uns zu helfen. Aber auch wenn sich kein Übersetzer findet, können wir uns immer irgendwie verständlich machen – manchmal halt eher schlecht als recht. So haben wir am Ende beispielsweise drei Gerichte, statt dem bestellten einen oder ein Gericht mit Schweineinnereien vor unserer Nase stehen Für die Chinesen ist es immer wieder unverständlich, dass wir deren Schrift nicht lesen können. Und auch wenn klar ist, dass wir kein Chinesisch sprechen, reden sie immer wieder auf Chinesisch auf uns ein – wir antworten manchmal einfach auf Deutsch, macht eh keinen Unterschied „Hello“ und „Bye bye“ kennt dagegen jeder Chinese und so werden wir immer wieder freundlich gegrüßt (unser „Ni Hao “ klappt aber auch immer ganz gut). Wenn wir dann mit einem „Hello“ antworten, lachen die Grüßenden lauthals los oder kichern – ja, die Chinesen sind auch ein sehr fröhliches Volk Wir wurden sogar öfter zum Essen eingeladen – einmal selbst in einem Restaurant von dem Besitzer! Was uns außerdem absolut gut gefällt ist die Landschaft. Wir fahren hier durch wolkenverhangene Berge, die je nach Höhe mal dicht mit Bananenbäumen oder Nadelwäldern bewachsen sind. Ein paar Kilometer weiter kommen wir dann an felsigen...

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Torugart

Torugart

am 18. Oktober 2014 | 12 Kommentare

Wir sind gerade völlig entspannt und genießen die grüne chinesische Landschaft, an der wir in unserem Zug vorbeirauschen. Nach 3 Monaten Steppen- und Wüstenlandschaft ist es eine wahre Wonne wieder so viel Grün auf einmal zu sehen. Selbst in den Bergen von Kirgisistan begrüßten uns stets nur braungelbe Wiesen und Weiden, da der Sommer wohl wärmer als gewöhnlich gewesen war. Wir sind im Moment im Zug von Kashgar nach Chengdu. Vom Westen Chinas in den Südosten. Unsere Zugfahrt dauert insgesamt etwa 3,5 Tage und wir legen damit mehr als 3500 km zurück. Normalerweise würden wir für diese Strecke mit dem Rad so ca. 3 Monate brauchen. Da wir allerdings nur ein 60 Tage Visum für China haben und auch in tropische Regionen für den nahenden Winter flüchten wollen, haben wir uns für die „Raum- und Zeitkapsel“ Zug entschieden. Wir haben endlich mal wieder viel Zeit uns über die bevorstehenden Regionen und Länder zu informieren und freuen uns schon wieder auf unsere Drahtesel zu steigen. Von denen mussten wir uns in Kashgar trennen, denn die Fahrradmitnahme im gleichen Zug ist nicht möglich. Stattdessen gibt es einen Bahn-eigenen Postdienst bei dem wir unsere Fahrräder aufgeben konnten. Laut Angaben der Postbeamten müssten sie schon auf uns in Chengdu warten, und so können wir hoffentlich direkt zu unseren Couchsurfing-Hosts fahren. Unsere spontane Entscheidung, mit Lili und Dani den Torugart-Pass nach China zu bezwingen haben wir zu keinem Zeitpunkt bereut. Es war eine unglaubliche Erfahrung, bei kalten Temperaturen und immer dünner werdender Luft den ganzen Tag langsam und stetig bergauf zu fahren bis wir auf 3750 m Höhe schließlich die chinesische Grenze erreicht hatten. In Naryn starteten wir auf einer Höhe von 2000 m bei wechselhaftem Wetter. Wir waren alle voller Euphorie, dass es nun unerwartet doch schon so schnell nach China ging. Immer wieder malten wir uns aus, was wir alles dort essen können und welche Supermarkt-Paradiese dort auf uns warten würden. Nach Monaten mit Schisch-Kebap, Plow, Lagman und Manti in den zentralasiatischen Ländern freuten wir uns mal wieder auf etwas mehr Auswahl in den chinesischen Restaurants. Kaum hatten wir den ersten Pass auf 2700 m überwunden, fing es an stark zu regnen. Bei der langen Abfahrt bis auf 2100 m und dem...

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