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Reiseberichte
Ursprüngliches Kirgisistan

Ursprüngliches Kirgisistan

am 3. Oktober 2014 | 6 Kommentare

Vor etwas mehr als 2 Wochen fuhren wir über den kleinen Grenzübergang nach Kirgisistan hinein. Schon die Einreise war so was von unkompliziert. Die Grenzbeamten interessierten sich sehr für unsere Fahrräder, drehten Proberunden darauf und hatten total Spaß. Wir erhielten “so nebenbei” einen Stempel in unsere Pässe und wurden vorgewarnt, was uns in diesem Land erwarten würde: “Our country is very beautiful, enjoy it!” Die Prophezeiung erfüllte sich für uns zu 100% . Wir waren für 2 Wochen in den Bergen Kirgisistans unterwegs, genossen die Stille, die unberührte Natur und staunten über das einfache Leben, welches die Menschen auf dem Land führen. In den Dörfern verdienen die Menschen ihren Lebensunterhalt meist mit ihren Tieren – Schaf- und Ziegenherden, Kühe, Pferde und Esel trafen wir überall freilaufend in den Bergen und Dörfern an. Führte uns unser Weg durch ein Dorf, liefen uns die Kinder auf der Straße hinterher, laut “Hello!” oder auch “Bye bye!” oder einfach entzückt “Tourist, tourist!” rufend. Oft sahen wir Kinder oder auch Erwachsene mit großen Plastikbehältern auf fahrbaren Untersätzen oder einfach Eimern die Straßen auf und ab laufen. Fließendes Wasser in den Häusern ist hier sogar in den Städten eher die Ausnahme. Es gibt daher überall Pumpen und die Menschen schleppen jeden Liter, den sie für ihren Haushalt benötigen in ihre Häuser. Strom gibt es und damit auch z.B. Waschmaschinen, das Wasser muss halt per Hand hinein geschüttet werden. Auch warme Duschen gibt es. Dusche und Toilette befinden sich draußen im Garten in separaten kleinen Holzhüttchen. Über der Dusche befindet sich ein Wasserbehälter, der mit Wasser gefüllt wird – Leiter rauf und runter mit dem Eimer in der Hand, bis der Behälter voll ist. Das Wasser wird dann mithilfe von Strom erhitzt und man kann (als Gast mit schlechtem Gewissen) eine warme Dusche genießen. Wir haben jedoch die meisten Nächte in unserem Zelt verbracht. In der weiten Natur hatten wir nie Probleme, einen Zeltplatz zu finden und frisches Wasser sprudelte auch immer irgendwo aus den Bergen. Für unsere Reise durch Kirgisistan haben wir uns eine eher kleine Straße durch die Berge ausgesucht. Wir hatten das Gefühl, seit Kappadokien in der Türkei nur auf Hauptstraßen unterwegs gewesen zu sein. Wir wollten einfach mal den Autos entkommen und...

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Usbekistan

Usbekistan

am 28. September 2014 | 3 Kommentare

Usbekistan – ein Land mit freundlichen Menschen, schönen Handelsstädten der alten Seidenstraße aber trister Landschaft. Nach Turkmenistan war Usbekistan schon das zweite Land in Folge, dessen Landschaft uns nicht begeistern konnte. Wir müssen aber auch dazu sagen, dass wir uns innerlich nicht so richtig für das Land öffnen konnten. Wir betrachteten Usbekistan eher als ein Land, das notwendigerweise durchquert werden musste, da es auf unserem Weg nach Kirgisistan lag. Wir sehnten uns nach schöner Landschaft und ruhigen Zeltplätzen, die in Kirgisistan auf uns warteten. Die vielen freundlichen Zurufe der Menschen und das grüßende Hupen von Autos begannen wir irgendwann schon zu ignorieren. Während wir uns in den ersten Monaten unserer Reise über jedes Hupen, Winken und Rufen von Einheimischen unglaublich freuten, empfanden wir das Hupen mittlerweile als unglaublich störend: An viel befahrenen Straßen hat man sowieso schon den Lerm des Verkehrs zu ertragen und wenn dann auch noch JEDES Auto hupend an einem vorbei fährt, wird man schon irgendwas etwas aggressiv. Zudem kann man dann auch nicht mehr ausmachen, wann die Hupe als Warnsignal zu verstehen ist. Wir waren es außerdem auch überdrüssig, den Menschen immer wieder unsere gleiche Geschichte zu erzählen. Wir hatten einfach genug von dem ganzen Winken, Lächeln und den immer wieder gleichen Fragen… Dies scheint wohl nach einiger Zeit des Reisens ein bekanntes Phänomen bei den Reiseradlern zu sein, denn den meisten mit denen wir gesprochen haben, schien es irgendwie genauso zu gehen. Eigentlich bewundernswert, dass die Usbeken trotzdem noch jedem Reiseradler freundlich zuwinken/anhupen obwohl diese doch sehr unfreundlich wirken müssen. Mit dieser Grundstimmung hatten wir nur wenig Motivation uns noch ein paar weitere Tage durch Wüste oder Steppe mit Gegenwind zu quälen. Wir nahmen den Zug von Bukhara nach Taschkent mit einem 2-nächtigen Zwischenstopp in Samarqand. Im komfortablen usbekischen Zug konnten wir uns davon überzeugen, dass wir landschaftlich nicht viel verpasst hatten. Steppe und durch Bewässerung landwirtschaftlich erschlossene Flächen wechselten sich ab. In Samarqand angekommen trafen wir eine ganze Reihe Reiseradler von denen uns einige bereits bekannt waren. Anne-Cé und Nico, die beiden Franzosen die wir auch schon in Istanbul und Göreme getroffen hatten, waren auch mit dabei. Es war schön sich unter Gleichgesinnten auszutauschen und Samarqands schöne Sehenswürdigkeiten mussten in den zwei Tagen...

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Turkmenistan

Turkmenistan

am 6. September 2014 | 2 Kommentare

Starker Gegenwind der uns enorm abbremst, schlechte Straßen die das Vorankommen beschwerlich machen, viel staubiger Sand der in unsere Gesichter gepustet wird, Wüstenlandschaften die wenig erholsamen Schatten bieten und fast kochendes Wasser in unseren Trinkflaschen, quälende Mücken an jeder Zeltstelle, Euphorie über erfolgreiches Windschattenfahren, Zweifel an der Sinnhaftigkeit aller Bemühungen und ein rettender LKW-Fahrer mitten im Nirgendwo – so lassen sich unsere 5 Tage durch Turkmenistan auf den Punkt bringen. Uns blieben nur zwei Tage, um von Mashhad im Iran die turkmenische Grenze zu erreichen. Das Turkmenistan-Visum ist taggenau terminiert und lässt aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer keine Verspätung zu. 460 km in 5 Tagen, das war die Herausforderung vor die uns die turkmenische Regierung als Individualtouristen stellt: von Sarakhs nach Turkmenabat durch die Wüste. Unsere letzte Nacht im Iran verbrachten wir 20 km vor der Grenze unter perfektem Sternenhimmel inklusive Milchstraße. Schon um halb 8 standen wir am Grenzübergang und stellten erfreut fest, dass er bereits geöffnet war! Die ganze Prozedur der Grenzkontrolle dauerte jedoch eine ganze Weile, da sowohl auf iranischer als auch turkmenischer Seite alles genau durchsucht wurde, und so waren wir erst um 11 Uhr auf turkmenischen Straßen unterwegs. In Sarakhs mussten wir zunächst Geld wechseln (was hier nur auf dem Schwarzmarkt zu vernünftigen Kursen möglich ist, also suchten wir eine unter Reisenden bekannte Autowerkstatt auf) und deckten uns mit ausreichend Lebensmitteln ein. In der Mittagshitze starteten wir in unser Abenteuer “Wüste”. Die Sonne brannte auf uns nieder, es war unglaublich heiß und windig. Schon nach 1,5 Stunden im Schneckentempo hielten wir es nicht mehr aus. Wir fanden einen Baum neben einem alten, verlassenen Haus unter dem wir schwitzend ein paar Stunden schlafen konnten. Da unser Tacho jedoch für den ersten Tag zu wenig Kilometer aufwies, entschieden wir uns an diesem Tag ein wenig länger als normalerweise Fahrrad zu fahren. Mit der untergehenden Sonne ließ der Wind auch nach und wir holperten zusammen mit ebenso langsamen LKWs durch die tiefen Schlaglöcher. Wir kamen endlich wieder ein wenig schneller als 10 km/h voran und genossen die sich abkühlende Luft. Voller Erstaunen mussten wir allerdings bei den ersten nächtlichen Trinkpausen feststellen, dass es selbst in der Wüste Mücken gibt – und wir waren die einzigen potentiellen Opfer weit...

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Iran

Iran

am 27. August 2014 | 4 Kommentare

30 Tage im Iran liegen nun fast hinter uns. Unser Visum läuft aus und wir müssen uns von einem wirklich reisefreundlichen Land verabschieden mit interessanter Geschichte, großartiger Architektur und tollen Menschen. Wir haben in den letzten Wochen so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft erfahren. Wir haben das Gefühl, nun Familie im Iran zu haben So willkommen und umsorgt wie im Iran fühlten wir uns bisher in noch keinem Land zuvor. Wir haben so intensive Begegnungen mit vielen Menschen gehabt und so viele neue Erkenntnisse gewonnen. Im Iran sprechen viele Menschen sehr gut Englisch und das ist nicht auf ein gutes Bildungssystem zurückzuführen! Viele junge Iraner(innen) haben das Bestreben, im Ausland zu studieren und belegen daher auf private Kosten zusätzlich Englischkurse. Dieser Umstand erbrachte uns die Möglichkeit, uns mit den Menschen in diesem Land intensiv auszutauschen. Als generelles Resümee lässt sich wohl am besten sagen, dass die Menschen im Iran zum größten Teil nicht so konservativ wie ihre Regierung sind. Wir haben die Menschen sogar als sehr tolerant und offen kennengelernt. Ein sehr interessantes Phänomen ist beispielsweise die gelebte Auslegung der gesetzlich festgeschriebenen Verhüllung der Frau: Als Frau muss man im Iran ein Kopftuch und lange Kleidung tragen. Die Polizei achtet sogar auf die Befolgung dieses Gesetzes. Viele Frauen im Iran “protestieren” jedoch gegen diese Einschränkungen, indem sie ihr meist sehr farbenfrohes Kopftuch nur locker über den Kopf legen, so dass man ihre (sehr oft gefärbten) Haare zu einem großen Teil sehen kann und sehr figurbetonte Hosen und Oberteile tragen. Sehr sehr viele Menschen sind mit der Regierung aus vielen Gründen überhaupt nicht zufrieden und wünschen sich Veränderungen. Wir müssen allerdings auch dazu sagen, dass die Eindrücke, die wir gewonnen haben sicherlich weniger repräsentativ für den gesamten Iran sind. Wir haben den Iran zum größten Teil mit dem Bus bereist, so dass wir vorrangig die großen Städte und deren Einwohner kennengelernt haben. In ländlichen Gegenden mögen die Menschen vielleicht auch ganz anders denken und urteilen. Nachdem wir in Van in der Türkei unser Paket abgeholt hatten, sind wir zusammen mit Mehdi in Richtung Iran aufgebrochen. Wir haben uns sehr gefreut ihn wiederzusehen und dass er es möglich gemacht hat, dass wir zusammen in sein Heimatland reisen können. Nach fast 2 Monaten...

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Das Paket

Das Paket

am 30. Juli 2014 | 3 Kommentare

Nach dem zweiten Schaltzug-Riss kurz hinter Istanbul – also kurz hinter dem letzten Rohloff-Händler! Perfekt! – hatten wir im Internet Ersatzteile für unsere Rohloff-Nabe bestellt. Da man aber ja als Radreisender keine feste Adresse hat, bleibt einem nichts anderes übrig, als die bestellten Dinge von beispielsweise den Eltern postlagernd in eine Stadt schicken zu lassen, durch die man in jedem Fall hindurch fahren muss. Für uns war das die letzte große Stadt in der Türkei kurz vor der iranischen Grenze: Van. Das ganze hört sich ja so einfach an und man könne nun einen unkomplizierten Ablauf erwarten… Aber ihr ahnt es schon.. Wenn dieser Beitrag sogar den Namen trägt, muss wohl mehr hinter diesem PAKET stecken. Auf unserem Weg nach Van wurden wir landschaftlich noch einmal ziemlich von der Schönheit der Türkei verwöhnt. Wir fuhren zunächst durch eine karge, braune Landschaft, in der sich schwer ein Zeltplatz finden ließ. Glücklicherweise kamen wir mal wieder an einer Tankstelle sehr nett unter. Die Landschaft wechselte dann in grünere Berge, deren Vegetation von Flüssen und Seen genährt wurde. Esel mit ihren Jungen grasten am Straßenrand und wir sausten die Berge auf und ab. Hinter Elazığ haben wir zudem eine Veränderung der Kultur erlebt. Im Osten der Türkei scheinen die Menschen konservativer zu sein, als in den Gegenden, in denen wir zuvor waren. Auf den Straßen außerhalb der Städte begegneten uns noch weniger Frauen und der Fastenmonat Ramadan wurde noch konsequenter eingehalten, was auch wir deutlich zu spüren bekamen. Plötzlich hatten viele Restaurants wegen des Ramadans geschlossen, was zuvor nie der Fall war. An einem Tag fuhren wir 85 km und 1100 Höhenmeter bis wir um 14 Uhr endlich ein offenes Restaurant gefunden hatten, in dem wir uns im Schatten ausruhen konnten. Somit musste eine Strategieänderung für die Mittagspausen her. Wir waren von da an immer darauf vorbereitet, in den Mittagsstunden selber zu kochen oder hatten eine Kleinigkeit zu essen in den Taschen. Trotz des Ramadans mangelte es uns jedoch nicht an Einladungen. Als wir die Berge um Bingöl herum verließen und auf die Hochebene von Muş hinab rollten, fanden wir am Straßenrand wieder zahlreiche Tankstellen, die wir gerne als schattige Trinkpausen nutzten. Einladungen zum Übernachten waren sehr verlockend, zumal wir unglaublich gerne...

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Superlative

Superlative

am 10. Juli 2014 | 7 Kommentare

Am höchsten, am schnellsten, am weitesten, am heißesten, am glücklichsten, am frühsten, am krankesten, am verrücktesten, … Wenn wir jetzt noch angestrengter nachdenken, würden uns bestimmt noch mehr Superlative einfallen, die unsere letzten Tage beschreiben. Wir haben gefühlt jeden Tag einen neuen Rekord aufgestellt und uns dabei gegenseitig so sehr motiviert – wir hatten sehr viel Spaß und das Fahrradfahren allein stand mal wieder im Fokus. In Selime (Kappadokien) hatten wir uns spontan dazu entschlossen, unseren Hotelaufenthalt um einen Tag zu verlängern, als Thorsten die Nacht vor unserer geplanten Weiterreise größtenteils im Bad verbracht hatte. So erlebten wir unseren ersten Tag im Ramadan ziemlich isoliert im Hotelzimmer und fasteten unfreiwillig auch ein wenig mit. Am nächsten Tag waren wir aber umso fitter und legten die Strecke bis nach Göreme trotz extremem Gegenwinds an einem Tag zurück – passend zu Thorstens Geburtstag waren wir also im (touristischen) Zentrum Kappadokiens angekommen. Wir müssen zugeben, die Landschaft war wirklich einmalig schön, total faszinierend. Wir können verstehen, dass sich Menschen aus aller Welt hier busweise hinkarren lassen! Thorstens Geburtstag entsprach trotzdem überhaupt nicht dem Standard-Touristen-Programm: Bereits um 4:30 Uhr starteten wir mit einer kurzen, aber steilen Wanderung zu einem Aussichtspunkt über der Stadt. Wir sahen die Sonne über den skurrilen Felsen aufgehen und hatten dabei einen perfekten Blick auf den Start von ca. 100 Heißluftballons. Ein schöner Start in den Tag! Danach legten wir uns allerdings auch wieder kurz schlafen Gut ausgeruht beschlossen wir dann, mit unseren leichten Fahrrädern weniger touristische Pfade zu erkunden. Wir wollten das Red/Rose Valley sehen, in dem die Felsen einen rötlichen Schimmer haben und es natürlich mal wieder viele Höhlen und Höhlen-Kirchen zu sehen gibt. Der Weg ins Valley war schon abenteuerlich, wir hatten irgendwie den Reiterpfad gewählt, um die kleine Hügelkette zu überqueren. Viel Fahren war da nicht möglich, statt dessen Schieben und Krakseln Als wir vor dem Start eines Wanderweges durch die Felsen des Red Valleys kurz überlegten, ob wir mit dem Fahrrad hindurch fahren können, sprach uns ein türkischer Tourguide an und versicherte uns, dass bis auf einen kurzen steilen Anstieg zu Beginn der Rest des Weges gut mit dem Fahrrad zu meistern wäre. Also hoch da Nach 15 Minuten bereuten wir unsere Entscheidung und...

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Europa macht Urlaub in der Türkei

Europa macht Urlaub in der Türkei

am 27. Juni 2014 | 5 Kommentare

Zu anhaltender religiöser Dauermusik über Allah, welche aus den Lautsprechern der Minarette über das karge Land um uns herum schallt, schreiben wir heute unseren Blogpost. Heute ist der letzte Tag vor Ramadan (türkisch Ramazan, gesprochen Ramasan) und alles dreht sich um dieses Fest, alle reden davon. Wir fragen uns nur, wie wird es werden? Voller aufgeregter Spannung erwarten auch wir dieses Fest und hoffen, dass es im nächsten Monat für uns keine Nahrungsbeschaffungsprobleme geben wird. Im Islam wird während des Ramadans für einen Monat während des Tages gefastet – sowohl essen als auch trinken ist untersagt. Die erste Mahlzeit des Tages wird deshalb um 4 oder 5 Uhr morgens eingenommen und abends nach Sonnenuntergang kommt dann die ganze Familie oder das ganze Dorf zusammen, um sich gemeinsam die Bäuche mit leckerem türkischen Essen voll zu schlagen. So wurde uns Ramadan zumindest immer wieder von den Türken beschrieben. Auch der Sinn dieser zunächst völlig übertrieben erscheinenden Quälerei wurde uns in vielen Gesprächen klar: Zum einen wird so der Glaube zu Allah demonstriert, zum anderen lässt dieses Fest Arm und Reich näher zusammen rücken. Durch das Fasten können reiche Menschen das Hungergefühl armer Menschen nachempfinden und am Ende von Ramadan spenden reiche Familien ein Tier, welches geschlachtet wird, um es anschließend armen Familien zu schenken. Vor allem dieses soziale Denken hinter dem Fest Ramadan ist es, was uns daran gefällt. Nach Vorhersage vieler Türken wird uns das Fest aber auch wegen der üppigen Festessen nach Sonnenuntergang gefallen. Wir sind gespannt!   Zur Freude vieler Türken oder türkisch-stämmiger Menschen fällt dieses Jahr Ramadan genau in die Zeit der Sommerferien. Wie jedes Jahr –  so erzählen sie uns immer wieder – kommen Türken, die oder deren Eltern irgendwo nach Europa ausgewandert sind, für die Sommerzeit in die Türkei. Dieses Jahr können sie somit Ramadan mit allen Brüdern, Schwestern, Onkels, Tanten, Cousinen, Cousins und mit Eltern und Großeltern feiern. Auf unserem Weg durch die kleinen Dörfer um die Stadt Konya herum konnten wir die scharenweise per Auto Anreisenden an ihren Nummernschildern identifizieren und mit vielen kamen wir zufällig ins Gespräch. In den letzten Tagen lernten wir türkische Österreicher, Belgier, Dänen, Schweitzer, Finnen und natürlich Deutsche kennen. Verschlafene Dörfer mit vielen Häusern mit heruntergelassenen Rollläden...

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Zurück in den Alltag

Zurück in den Alltag

am 20. Juni 2014 | 2 Kommentare

Die ersten Tage nach 2 wirklich faulen Wochen in Istanbul waren verdammt hart für uns. Wir fühlten uns, als hätten wir die Kilometer bis nach Istanbul nicht mit dem Fahrrad hinter uns gelegt: Der Körper schien alles vergessen zu haben, jede Steigung war anstrengend, unseren Rhythmus mussten wir erst einmal wiederfinden. Nach 5 vollen Tagen auf dem Fahrrad sind wir nun aber wieder in unserem Radreise-Alltag angekommen und erfreuen uns sehr an der abwechslungsreichen Natur und den freundlichen Menschen der Türkei. Da wir von Europa nach Asien bereits mit Carolin und Florian mit dem Fahrrad gefahren sind, wollten wir Europa nun mit der Fähre nach Bursa verlassen. So blieb uns auch Istanbuls Verkehr erspart Schnell und sicher brachte uns Nelly mit dem Fahrrad zum nahe gelegenen Fährhafen, wo wir uns von unserer tollen Gastgeberin verabschieden mussten. Unsere erste Tat in Asien war eine Fahrradreparatur. Sabines Schaltzug war nun gerissen – ebenfalls nach 5000 km und nicht wie von Rohloff angegeben nach 8000 km. Zu unseren ersten Kilometern mit Gepäck in Asien konnten wir somit erst um 4 Uhr aufbrechen. Die ersten Steigungen und die Hitze machten uns echt zu schaffen. Schnell war jedes genossene Halva und Lokum in Istanbul bereut Ohne zu wissen, wo wir die kommende Nacht verbringen würden radelten wir die Hauptstraße in Richtung Bursa hoch. Dort trafen wir auf zwei nette Mountainbiker, Okan und Yavuz. Sie stellten den Kontakt zu Ertan her, der uns mit seinem Rennrad zu einem außerhalb Bursas gelegenen Campingplatz brachte. Ertan erzählte uns von zwei Reiseradlern, die nur wenige Tage zuvor von ihm durch die Stadt geführt wurden. Es stellte sich heraus, dass diese beiden Reiseradler Lili und Dani waren – so ein Zufall in einer Stadt mit 2 Millionen Einwohnern! Am nächsten Tag fand ein Radrennen statt, welches mit einem gemeinsamen Frühstück aller Teilnehmer eingeleutet wurde. Zu diesem Frühstück mit toller Kulisse an einem kleinen Fluss unter Bäumen wurden auch wir eingeladen. Ertan hatte uns noch ein Geschenk mitgebracht: Ein Fahrradtrikot des lokalen Radvereins, welches die Reise bis ins tiefste Asien mit uns antreten wird. Wir haben wieder einmal viele unglaublich nette Menschen kennengelernt und Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erfahren, danke! Nach dem tollen Frühstück führte uns unsere Route über wenig befahrene...

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Vielversprechender Start in der Türkei

Vielversprechender Start in der Türkei

am 13. Juni 2014 | 6 Kommentare

Wir sind in der Türkei angekommen, aber so richtig! Wir haben in den letzten drei Wochen so viele unglaublich tolle Menschen kennengelernt, intensive Einblicke in das Leben der Menschen und die Kultur bekommen, unsere Sprachkenntnisse erweitert und uns wieder und wieder gefragt, warum uns immer wieder so viel Gutes geschieht! Wir haben mittlerweile begriffen, dass die Suche nach dem Grund für die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft und Freundlichkeit nur etwas für unsere deutschen Köpfe ist. Für die meisten Menschen in der Türkei ist Gastfreundschaft ganz selbstverständlich, sie macht den Menschen scheinbar einfach Freude. Im Gegenzug reicht unser noch sehr basales Türkisch und wir zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht, das macht auch uns immer wieder Spaß Von Kırklareli fuhren wir entspannt über kleine Straßen durch Dörfer wieder in Richtung Schwarzes Meer. Da wir für Istanbul Besuch erwarteten und wir gut in der Zeit lagen, beschlossen wir, nicht den direkten Weg nach Istanbul zu nehmen, sondern noch mehr von der Küste zu sehen. Auf unserem Weg durch die Dörfer bemerkten wir überrascht, dass jedes noch so kleine Dorf eine eigene Moschee und mindestens ein Chai-Haus besitzt. Außerdem überraschten uns die Straßen: Die Türken scheinen gerade Straßen zu lieben, egal wie steil sie dann auch sein mögen. Geschafft von den ungewöhnlich anstrengenden Anstiegen, beschlossen wir schon früh unser Zelt aufzuschlagen. Wir fanden zwischen den Felsen eine weite Grasebene mit angrenzendem Wald – perfekt! Ungewohnt früh wurden wir dann am nächsten Morgen (oder man könnte auch sagen in der Nacht) von den Muezzingesängen der umliegenden Dörfer geweckt. Da wir einen anstrengenden und heißen Tag erwarteten, fuhren wir dann auch sehr früh los, um die kühlen Temperaturen möglichst gut zu nutzen. Bei unserer ersten von noch vielen folgenden Chai-Einladungen erfuhren wir dann aber, dass wir die größten Steigungen bereits am Vortag hinter uns gebracht hatten. Und tatsächlich fuhren wir auf einer staubigen, aber relativ ebenen Straße durch ein wunderschönes Waldgebiet. Dort scheuchten wir Wasserbüffel aus ihren Wasserlöchern am Wegesrand auf und begegneten unserer ersten Landschildkröte, die natürlich für ein Foto posieren musste Mittags erreichten wir das gemütliche Fischerdorf Kıyıköy. Dort handelten wir auf Türkisch (!) den Preis für ein wunderschönes Zimmer direkt am Meer herunter und erkundeten das kleine Dorf. Im Gegensatz zur...

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Чао България, Merhaba Türkiye!

Чао България, Merhaba Türkiye!

am 24. Mai 2014 | 20 Kommentare

Unsere letzten Tage waren ausnahmsweise mal etwas weniger ereignisreich! Wir haben uns am schwarzen Meer sehr viel ausgeruht und die Strände, das klare Meer und das tolle Wetter genossen – um unsere Muskeln anschließend auf dem Weg hinaus aus Bulgarien noch einmal so richtig zu beanspruchen. Nach Nessebur sind wir die Küste weiter Richtung Süden entlang gefahren. Leider hört sich das romantischer an, als es war: Hinter Burgas mussten wir auf der zweispurigen Nationalstraße weiter fahren, unsere Warnwesten kamen das erste Mal zum Einsatz! Nach 15 km entdeckten wir jedoch eine ruhige Landstraße, die die ganze Zeit parallel zu der Nationalstraße verläuft, wir waren erleichtert. Außerdem führte uns diese Straße zu unserem absolut perfekten Zeltplatz! Unter einer Baumgruppe nur 10 m entfernt von dem Meer konnten wir unser Zelt direkt am einsamen Strand aufstellen. Hier gefiel es uns so gut, dass wir direkt mal für 2 Nächte “gebucht” haben Während wir gut ausgeruht weiter die Küste entlang fuhren, wurde uns bewusst, dass wir richtig Glück gehabt hatten, unseren tollen Strand gefunden zu haben. Es folgten nur noch von riesigen Hotels eingenommene Sandstrände. Wie viele Hotels wir seit unserer Ankunft am schwarzen Meer gesehen haben, können wir schon gar nicht mehr zählen. Da fragt man sich, ob es überhaupt jemals möglich ist, dass einmal alle Betten, die hier zur Verfügung stehen, besetzt sind! Die Antwort lieferten zahlreiche Bauruinen an weniger attraktiven Stellen an der Küste oder auch total verblichene Plakate, die ganze Hotels zum Verkauf anboten – hier wurden scheinbar so einige Fehlinvestitionen im Tourismuswahn getätigt! Selbst in den top gepflegten Hotels und an ihren perfekten Stränden waren keine oder nur wenige Gäste zu sehen. Dies mag aber auch daran liegen, dass die Hauptsaison noch nicht begonnen hat, die startet erst am 01. Juni. Es war schon fast gruselig, als wir durch Städte kamen, in denen Restaurants und Bars noch in ihrem Winterschlaf schlummerten. Die Zeltplatzsuche erwies sich auch schwierig, da alle Campingplätze noch geschlossen hatten. Auf einem der geschlossenen Plätze fanden wir dennoch eine Bleibe und konnten uns für 7,50€ für 2 Nächte das Badezimmer mit Bauarbeitern teilen. Den freien Tag auf dem Campingplatz nutzten wir wieder für Entspannung am Strand und die Wartung der Fahrräder. Denn dann ging...

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