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Reiseberichte
Die kleinen Hobbits im Balkan

Die kleinen Hobbits im Balkan

am 17. Mai 2014 | 4 Kommentare

Wir sind am schwarzen Meer! Ein wichtiges erstes Zwischenziel ist erreicht und wir sind richtig stolz auf unsere Leistung! In Nessebur angekommen entspannen wir nun ein paar Tage inmitten des inzwischen für uns ungewohnten touristischen Trubels. Im Vergleich zum Bulgarien was wir mit dem Fahrrad kennengelernt haben, erscheint uns die Touristenhochburg am Schwarzen Meer skurril und wenig bulgarisch. In unserem wunderschönen Zimmer mit Meerblick (ein guter Geheimtipp für nur 22 € die Nacht, St. Georg’s Appartments) genießen wir unsere wohlverdiente Pause sehr. Unsere Muskeln wurden in den letzten Tagen wirklich sehr beantsprucht und benötigen Ruhe. Wir haben das Balkangebirge bezwungen und haben innerhalb einer Woche 4000 Höhenmeter gemacht. Für die Statistikfreunde ein kleiner Zwischenstand anhand unserer GPS-Tracks: Wir sind in 51 Fahrradtagen 3064 km (laut Bines Tacho 3153 km) in 193 Stunden gefahren. Dabei haben wir bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,9 km/h 13756 Höhenmeter überwunden. Die letzte Woche hat unsere Muskeln und Willenskraft also noch einmal auf eine besondere Probe gestellt. Auf der anderen Seite haben uns die Menschen, denen wir begegnet sind, unglaublich motiviert – ja teilweise sogar beflügelt, so dass wir nun zwar leicht schmerzende Oberschenkel haben, aber mit einem Lächeln auf dem Gesicht gerne an die letzten Tage zurück denken. Unser entspannter Tag in Vratsa hat sich bereits am ersten Tag bemerkbar gemacht: mit voller Kraft in den Beinen schafften wir 950 Höhenmeter auf 80 km. Die Straßenverhältnisse waren aber auch optimal, wir konnten auf wenig befahrenen, asphaltierten Straßen die Steigungen überwinden. Auf 650 m Höhe schlugen wir dann als Belohnung unser Zelt mit Panomarablick auf – besser als jedes Fernsehprogramm Am nächsten Tag wartete unser persönlicher Höhenrekord auf uns: Der Hauptpass über das Balkangebirge liegt auf 1375 m. Wir starteten auf 500 m bei 20°C und Sonnenschein mit kurzen Hosen und T-shirt. Je höher wir kamen, desto kälter wurde es und dann fing es auch noch an zu regnen! Die Berge waren wolkenverhangen und wir ahnten schon, dass wir am Ende der Anstrengungen wohl nicht einmal mit einem schönen Ausblick belohnt würden… Starke Muskeln und Nerven waren gefragt, zumal die Straßenverhältnisse auch nicht so optimal waren. Anfeuerndes Hupen, Daumen hoch und motivierende Zurufe von vorbei fahrenden Autofahrern machten aber alles wieter wett. Bei 9°C, schwitzend...

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Radfahren in den Mai

Radfahren in den Mai

am 8. Mai 2014 | 4 Kommentare

Als wir in Belgrad losfahren, ist es für die Serben der letzte Arbeitstag vor einem langen Wochenende. Von Miloš haben wir am Abend zuvor erfahren, dass der erste Mai in Serbien ein Volksfeiertag ist, der gerne mit Campen und Grillen im Freien verbracht wird. Dies bereitete uns hohe Konkurrenz auf der Suche nach einem schönen Wildcamping-Platz, wir waren nicht mehr die Einzigen Die Stimmung derer, die wir auf unserem holprigen Weg getroffen haben, war sehr ausgelassen und freundlich. Es herrschte allgemeine Feierlaune trotz des langsam immer regnerischer werdenden Wetters. So werden wir von einem heranziehenden Gewitter in ein Restaurant getrieben, wo wir noch einmal der serbischen Küche eine Chance geben wollen. Für Sabine ist es wahrlich nicht einfach, ein Gericht zu finden. Die serbischen Speisekarten bestehen aus verschiedenen Variationen von Fleisch mit (sehr wenig) Pommes und das meist mit sehr viel Fett. Kreativität zeigt sich darin, dass es manchmal Fleisch mit Fleisch gefüllt gibt. Wir freuen uns jedes Mal darauf, selber unsere Outdoor-Kochkünste walten zu lassen: Endlich wieder Gemüse! Es gibt viel regionales Gemüse in kleinen Supermärkten in jedem Dorf zu kaufen. Doch auch, wenn uns die traditionelle serbische Küche bis zum Schluss nicht gewinnen konnte, die Mentalität der Serben mochten wir sehr: Ein so hilfsbereites, offenes und fröhliches Volk haben wir selten erlebt. Wir sind froh, dass uns unser Weg durch dieses uns zuvor eher durch Konfliktnachrichten bekannte Land geführt hat. Ein passender Abschied von Serbien wurde uns von einem netten Mann bei regnerischem Wetter beschert: Er lud uns zu Tee ein und wir konnten uns aufwärmen und trocknen. Auf Deutsch (!) unterhielten wir uns über das Leben in seinem Dorf. Immer wieder während unserer Zeit in Serbien waren wir erstaunt darüber, wie viele Serben Deutsch sprachen. Dass sich nun auch in diesem wirklich kleinen Dorf jemand fand, der Deutsch sprach, erstaunte uns noch mehr. Im Gespräch mit dem Dorfbewohner fanden wir dafür schnell eine Erklärung: In den Dörfern gibt es ganz einfach keinerlei Möglichkeiten, eine vernünftige und regelmäßige Arbeit zu finden – schon gar nicht ist an eine Ausbildung wie wir sie kennen zu denken! Aus diesem Grund gehen viele Serben z.B. nach Deutschland, um dort zu arbeiten und manchmal auch dauerhaft zu leben. Wir sind auf...

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Gastfreundliches Serbien

Gastfreundliches Serbien

am 29. April 2014 | 2 Kommentare

Nach dem etwas holprigen Start in Serbien haben wir uns in den letzten Tagen mit Serbien angefreundet. Es gefällt uns hier wirklich sehr gut! Es scheint, die oberste Regel eines Serben ist: Sei ein guter Gastgeber! Sobald wir irgendwo mit unseren schwer beladenen Fahrrädern anhalten, sprechen uns freundliche Menschen an, um uns ihre Hilfe anzubieten. Manchmal werden uns die Wünsche einfach von den Augen abgelesen! Die Hilfe die uns entgegengebracht wird ist an keinerlei Bedingungen geknüpft, die Menschen freuen sich einfach uns helfen zu können. Wenn wir dann erzählen, dass wir aus Deutschland kommen, merken wir, dass die Leute ein sehr positives Bild vom Leben und vor allem Arbeiten in Deutschland haben. Hier ist man richtig froh, überhaupt eine Arbeit zu haben, bei einer Arbeitslosenquote zwischen 20 und 25 %. Bevor wir uns aus Novi Sad auf den Weg Richtung Belgrad gemacht haben, musste erst einmal die Kamera mit typischen Touristenfotos gefüllt werden Wir haben von Novi Sad keine großen architekturellen Erwartungen auf Grund der sozialistischen Historie gehabt. Gerade deswegen wurden wir von der uns an Österreich erinnernden Architektur der Innenstadt mit ihren einladenden Cafes sehr positiv überrascht. Die Stadt hat ihren eigenen Flair, der von der Mischung aus klobigen sozialistischen Bauten der 50er/60er Jahre und den älteren verzierten Gebäuden der Österreich-Ungarischen Monarchie ausgeht. Nach dem Ruhetag ging es wieder auf die Räder. Der kräftige Gegenwind von bis zu 46 km/h sorgte unter anderem dafür, dass wir trotz eines angepeilten Tagespensums von nur 50 km unsere Muskeln wunderbar trainieren konnten. Dies wird auch langsam nötig, denn wir haben uns überlegt, demnächst die Donau früher als bisher geplant zu verabschieden. Dies bedeutet für uns: Es wird bergig! Im Moment sind wir die Donau und damit auch die flachen Donauebenen relativ überdrüssig und freuen uns wieder auf ein wenig landschaftliche Abwechslung. Nach dem Eisernen Tor wollen wir die Donau in Richtung Balkangebirge (Bulgarien) verlassen. Deswegen werden wir wohl auch keinen Abstecher mehr nach Rumänien machen, was wahrscheinlich auch nicht weiter schlimm ist, da die Walachei, durch die unsere ursprüngliche Route führte, von vielen als der landschaftlich eher langweiligste Teil Rumäniens beschrieben wird. Mit frischem Quellwasser, mit welchem wir ohne zu fragen von einem Jungen bei unserem zweiten Frühstück versorgt wurden, ging...

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4 Freunde

4 Freunde

am 24. April 2014 | 9 Kommentare

Die letzten Tage waren genau so, wie wir uns unsere Reise mit dem Fahrrad durch die Welt vorgestellt haben. Einmal aus Budapest raus, waren die Fahrradwege und die kleineren Straßen deutlich schwerer zu befahren. Unsere Fahrräder bestanden den Buckelpistentest mit sehr gut! Breite Reifen und 26 Zoll waren die richtige Entscheidung Außerdem kommt unser Zelt nun sehr regelmäßig zum Einsatz. Wir durchfahren meist kleine und verschlafene Dörfer. Hier eine Unterkunft zu finden ist zwar bestimmt möglich, aber deutlich schwieriger als noch in Deutschland oder Österreich. Es ist immer ein sehr beruhigender Gedanke, dass man seine Unterkunft für die nächste Nacht bereits mit sich trägt. Wir sind absolut unabhängig! Die Nächte im Zelt sind mittlerweile auch deutlich einfacher, wir schlafen mittlerweile so ruhig und werden nicht mehr von jedem kleinsten Geräusch wach. Auch werden die Nächte deutlich wärmer, meist ist es so ca. 5-10°C. Sicherlich ist auch die Gesellschaft von Lili und Dani ein sehr beruhigender Gedanke – den beiden geht es genau so Zu viert starten wir also in Budapest und sind alle sehr gut erholt! Wir freuen uns auf die bevorstehenden, gemeinsamen Tage und natürlich darauf, mehr vom Land und den Leuten zu sehen. Ziemlich flach ist die Landschaft Ungarns, trotzdem schaffen wir im Durchschnitt nur 60 km pro Tag. Die Wege werden abenteuerlicher und zu viert macht man deutlich mehr Pausen als zu zweit. Auf der einen Seite ist es schön, so entspannt unterwegs zu sein, es ist das, was wir wollten: Entschleunigung! Auf der anderen Seiten ist da immer noch der Drang, voran zu kommen… wir müssen noch lernen, dass wir uns nun für 1 Jahr nicht stressen müssen. Immer wieder sagen wir uns: “Wir haben 1 Jahr Zeit und das, was wir schaffen, schaffen wir – der Weg ist das Ziel!” Und doch ist in unserem Kopf die geplante Route, die wir schaffen wollen und die im Moment eher noch an Radelkilometern zunimmt, da wir planen den gesamten Weg bis nach Asien mit dem Fahrrad oder auch mal mit dem Zug zurückzulegen. Wir mögen den Gedanken, alle Länder auf dem Weg zu sehen (der Iran wurde uns von Mehdi eh schon so schmackhaft gemacht, da können wir gar nicht mehr anders, als diesen auch zu...

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Gemeinsames Radreisen verbindet

Gemeinsames Radreisen verbindet

am 16. April 2014 | 9 Kommentare

Die letzten Tage sind irgendwie wie im Fluge vergangen und wir sitzen nun hier in unserer Ferienwohnung mitten im Herzen von Budapest. Es ist schon unsere zweite Ferienwohnung in Budapest, da wir uns gestern morgen spontan dazu entschieden haben, eine weitere Nacht in Budapest zu bleiben um noch ein wenig zu entspannen. Obwohl wir eigentlich sehr viel Zeit haben, kommen wir nicht immer dazu alles zu schaffen oder zu machen was wir uns vornehmen (wie zum Beispiel posten!). Es gibt immer sehr viel Anderes zu tun Vor allem eins: Fahrradfahren! Dass wir da nicht die Einzigen sind, die diese Art zu Reisen angenehm finden, war uns vorher schon bewusst. Aber wie viele es sind, hat sich erst nach Wien gezeigt. Innerhalb von 2 Tagen haben wir schon eine kleine Biker-Gang gegründet Hier in Budapest waren wir sogar für einen kurzen Moment zu 6.! Lili und Dani haben wir in Bratislava per Zufall getroffen. Wir kamen gerade in Bratislava an, da wurden wir von Lili angesprochen. Sie erkundete gerade alleine die Stadt und hat uns zufällig gesehen wie wir gerade von der Brücke des slowakischen Nationalaufstandes in die Altstadt von Bratislava einrollten. Da die beiden sich schon wieder am nächsten Tag auf den Drahtesel geschwungen haben, tauschten wir die Kontaktdaten aus und machten ein Treffen für Budapest aus. Mehdi haben wir dann nach Bratislava aufgegabelt und Chris haben wir kurz in Budapest auf der Straße getroffen. Wir sind gespannt wie viele Radfahrer wir bis zur Türkei treffen werden Scheint bis dahin eine Radreise-Autobahn zu sein. Auf dem Weg von Wien nach Bratislava sind wir mit viel Rückenwind durch eine sehr schöne Auenlandschaft gebraust. Die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei war dann auch sehr schnell erreicht und wir waren unglaublich gespannt darauf, wie wir im nicht deutschsprachigen Ausland so zurecht kommen. Bisher war für uns alles einfach. Die Fahrradwege waren in einem guten Zustand und wir konnten uns jederzeit mit jedem unterhalten. Vorsichtshalber haben wir direkt unser Ohne-Wörter Wörterbuch in die Lenkertasche gesteckt Von der Grenze konnte man schon die Hauptstadt Bratislava sehen, unser Ziel für die Etappe. Dort wurden wir sehr freundlich von Jana und Platon aufgenommen. Die beiden waren für zwei Nächte unsere Gastgeber und zeigten uns die Stadt...

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WWW – Wachau, Wien und Wir

WWW – Wachau, Wien und Wir

am 8. April 2014 | 6 Kommentare

Obwohl unser letzter Post gerade einmal 4 Tage alt ist, gibt es schon wieder so viel zu berichten! Die Erlebnisse weniger Tage aufzuschreiben und gedanklich zu sortieren kommt einem so vor, als würde man einen ganzen Monat Revue passieren lassen. Heute haben wir aber wirklich Ruhe, dies zu tun. Wir haben uns für 3 Nächte ins Hostel in Wien eingemietet (für uns Radfahrer gabs mal wieder ein kostenloses Upgrade: extra großes Zimmer, so dass wir unsere Fahrräder mit hinein nehmen können!) und sitzen bei strahlendem Sonnenschein in der Hostel-Bar (drinnen) und freuen uns über den wenig ereignisreichen Tag.. Sowohl Kopf als auch Beine können heute entspannen In Grein sollten wir laut Wetter-App bei wunderschönem Sonnenschein in Richtung der, in höchsten Tönen angepriesene Region Wachau starten. Allerdings blieb es den ganzen Tag sehr diesig, die Sonne schaffte es nicht, diese merkwürdige, hartnäckige Wolke zu durchbrechen oder gar aufzulösen. Dazu kam ein unglaublicher Gegenwind. Auf unseren Taschen bildete sich eine gelbliche Staubschicht; da verstanden wir: Die “Wolke” war der angekündigte Sahara-Staub, der sich über Mitteleuropa gelegt hatte. Überhaupt war alles anders.. Durch den kräftigen Gegenwind war die Donau plötzlich nicht mehr der wie ein ruhiger See anmutende, ruhige Fluss. Es schien, als habe der Wind die Kraft, die Fließrichtung der Donau umzukehren – sehr verrückt… Positiv denkend, wie wir sind, sahen wir diese widrigen Umstände als Gelegenheit, unser Windschattenfahren zu perfektionieren: Jeder kämpft 2,5 km gegen den Wind, dann ist der andere dran. Wir sind ein wirklich gutes Team! So erreichten wir mit guter Laune die Stadt Melk – der Beginn der Wachau! Wir waren wirklich sehr gespannt. So viele Radfahrer, die wir auf unserem Weg trafen, hatten uns von dieser Region vorgeschwärmt. Es sollte jetzt auch die Zeit der Marillen-Blüte sein, die schönste Zeit in der Wachau. Die Wachau ist sowohl für den Grünen Veltliner, als auch für ihre Marillen bekannt – wir freuten uns auf optische und kulinarische Genüsse Wir planten irgendwo in der Wachau einen Pausentag einzulegen, um die Region auch abseits des Donau-Radweges kennenzulernen. Nachdem wir den Stift Melk aus der Ferne bewundert hatten, rollten wir in die Wachau hinein. Nach der Stadt Melk konnten wir zwar zahlreiche Marillen-Wiesen am Wegesrand sehen, jedoch nur Blüten von Kirsch-...

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Sprachgrenzerfahrungen

Sprachgrenzerfahrungen

am 4. April 2014 | 9 Kommentare

Unsere Verabschiedung aus Passau wurde spontan noch einmal so richtig schweißtreibend. Mit Blick auf einen leichten Radfahrtag auf dem flachen Donauradweg entschieden wir, dass wir die “nur noch wenigen Höhenmeter” – so sagte die Rezeptionistin und auch Thorsten mit Blick auf sein GPS-Tacho – bis zur Passauer Burg gerne für einen schönen Blick auf uns nehmen wollten. Aus den 40 Höhenmetern wurden aber schnell 100… Hm, irgendwie hatten wir uns da wohl vertan. Wieder ein wenig mehr über das korrekte Lesen des GPS-Tacho gelernt . Die Anstrengung hat sich aber wirklich gelohnt, wir wurden mit einem schönen Abschiedspanorama über Passau belohnt. Die Grenze zu Österreich war schnell auf “Schmugglerwegen” (so hieß der Weg tatsächlich) erreicht. Österreich hat uns mit strahlendem Sonnenschein in Empfang genommen. Auf dem Weg durch die schöne Donauschlinge mussten wir zum zweiten Mal auf ein anderes Transportmittel als unser Rad setzen: eine Donaufähre Auf der anderen Seite angekommen trafen wir auf zwei sehr nette in Deutschland lebende Rumänendeutsche die sich uns am liebsten auf unsere Reise angeschlossen hätten. Wir haben unser Tempo inzwischen deutlich gedrosselt um ein wenig mehr von den Leuten und der Natur mitzubekomen. So kamen wir sehr entspannt nach gerade mal 30 km Tagesetappe in Linz an und hatten den ganzen Tag Zeit um das schöne Wetter in Linz an der Donau zu genießen. Ein wenig seltsam kommt man sich ja schon vor, wenn man am Donauufer in einem Park einer Großstadt seine Campingstühle auspackt. Aber es war verdammt entspannend! . In Linz haben wir Mike als unseren Gastgeber kennengelernt. Er hat eine super Wohnung mit sehr schlauen Küchengeräten. Dank der Rauchmelder-Funktion des Backofens konnte unser Essen noch gerettet werden und die Küche blieb unversehrt. Backpapier und Grillfunktion vertragen sich nicht immer  . Unsere gestrige Fahrt nach Grein, auf der wir bereits am Morgen die 1000 km Marke geknackt haben, war wieder sehr entspannend. Wir nehmen uns mittlerweile endlich die Zeit, einfach mal eine Weile in der Sonne zu sitzen, schöne Pflanzen und Tiere zu fotografieren oder etwas über die Region zu erfahren. Erstaunt über die beeindruckenden Hochwasserschutzmaßnahmen im Hinterland der Donau, kamen wir mit einem örtlichen Fischer ins Gespräch. Er erzählte uns viel über vergangene Hochwasser und die daraus resultierenden Schutzmaßnahmen. 2013...

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Letzte Kilometer in Deutschland

Letzte Kilometer in Deutschland

am 31. März 2014 | 9 Kommentare

Gut erholt starteten wir im schönen Leonberg auf unsere letzten Etappen in Deutschland. Bei grandiosem Sonnenschein rollten die Räder die Regen bergab. Schnell hatten wir die Donau in Regensburg erreicht und so schnell werden wir sie wohl nicht mehr los. Motiviert vom super Wetter wagten wir dann kurz vor Straubing unseren zweiten Zeltversuch. Diesmal ohne Frieren! Die einzigen Störenfriede in der Nacht waren die in der Nähe brütenden Vögel. Wir hatten uns einen wunderschönen Zeltplatz direkt an der Donau ausgesucht, besser hätten wir es nicht treffen können: wunderschöner Sonnenuntergang inklusive Nach dem morgentlichen Zelttrocknen und mit einer geklauten Stunde (Zeitumstellung) schwangen wir uns wieder auf die Räder. Noch war nicht klar, wo wir die nächste Nacht verbringen würden … Bald merkten wir, dass wir das zweite Münsterland in Deutschland entdeckt hatten: die Donauebene zwischen Regensburg und Passau – absolut flach! Als wir zur Mittagspause im Biergarten schon 60 km auf dem Tacho hatten, war klar, es geht noch am selben Tag nach Passau. Was wir uns dabei gedacht haben, eine Etappe von 110 km in der prallen Sonne zu fahren, wissen wir heute auch nicht mehr. Völlig geschafft kamen wir in Passau an und freuten uns auf die erlösende Dusche. Geduscht haben wir trotzdem in kurzer Hose und T-Shirt: Die vielen Stunden in der Sonne haben ihre Spuren hinterlassen . Heute schauen wir uns ein wenig die Altstadt von Passau an und erholen uns in gemütlichen Cafes. Währenddessen werden unsere Fahrräder noch einmal auf Herz und Nieren geprüft, bevor es aus Deutschland raus geht. Ab morgen sind wir dann schon in...

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Frühling in Süddeutschland

Frühling in Süddeutschland

am 28. März 2014 | 8 Kommentare

Wir haben letzte Woche den Frühling in Deutschland genossen und ihn größtenteils für gut befunden … nur die Nächte, die sind uns noch zu kalt. Am eigenen Leib haben wir das während unserer ersten und bisher einzigen Zeltübernachtung gemerkt. Bei 2 °C Außentemperatur und Regen haben wir diese in Bayern auf einer Wiese bei Wegfurth verbracht. Auch müssen wir noch an unserer perfekten Durchlüftung des Zeltes arbeiten, wir haben die Lüftung in dieser Nacht vergessen und hatten daraufhin am nächsten Morgen ein kleines Feuchtbiotop im Zelt. Ansonsten war die Erfahrung des verbotenen “Wildcampens” sehr gut und uns wurde sogar am nächsten Morgen von einem freundlichen Dorfbewohner eine warme Dusche & Kaffee angeboten. Wir haben generell sehr viele freundliche Menschen auf unserer bisherigen Fahrt durch Deutschland kennengelernt! Überall wo wir hin kommen fallen wir mit unseren schwer bepackten Rädern natürlich schnell auf, viele Menschen kommen auf uns zu und sind interessiert, geben uns Heißgetränke aus oder bieten uns nach einem Regenschauer (den wir bisher nur einmal hatten!) ihren Trockner an. Es ist einfach toll, so viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit zu erfahren! Der Weg durch Hessen und Franken hat uns ein neues Bild von Deutschland gezeigt, das wir, als aus dem dicht besiedelten NRW Stammende noch nicht kannten. Verschlafene Ortschaften mit nicht viel mehr als einer Dorfkirche, alten Bauernhöfen, einem Bäcker und einem Metzger (alles was der Deutsche halt so braucht ) waren oftmals die einzigen Zivilisationspunkte auf unserer Durchfahrt. Die Landschaft wurde, nachdem wir das Rhön-Gebirge zwischen Hessen und Franken überquert hatten, immer sanfter (immer noch sehr hügelig im Vergleich zum Münsterland!). Die Leute scheinen, gerade auf dem Land, immer entspannt und mit viel Zeit ausgestattet zu sein. Auf unserer Etappe nach Bamberg hatten wir dann auch schon die nächste Fahrradpanne. Der Schaltzug der Rohloff-Nabe an Thorstens Fahrrad war schon nach 4500 km gerissen  (normalerweise erst nach 8000 – 10000 km). Glücklicherweise befanden wir uns zu dem Zeitpunkt nur noch eine Steigung entfernt von Zeil am Main und konnten von dort mit dem Zug zum nächsten Rohloff-Händler in Bamberg fahren. Zum Glück ist uns das noch in Deutschland passiert – dies war hoffentlich erst einmal die letzte Panne In Bamberg und Nürnberg haben wir erstmals eine für uns neue Übernachtungs-...

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Gemeinsamer Aufbruch mit Rückenwind

Gemeinsamer Aufbruch mit Rückenwind

am 21. März 2014 | 8 Kommentare

Nach sechs Tagen auf dem Fahrrad entspannen wir heute in Fulda bei Sonnenschein und milden Frühlingstemperaturen. Diesen Entspannungstag haben wir uns richtig verdient und er ist auch dringend nötig, die Muskeln schreien danach! In den letzten Tagen haben wir feststellen müssen, dass die Berge hinter Winterberg nicht enden . Der Start in unser Abenteuer wurde uns durch unsere Freunde und Familie leichter gemacht. Die erste Etappe von Borhorst nach Buldern war für uns eine lustige Fahrradtour mit Sabines Familie und Dirk. Wir hatten viel Zeit für Fotos, Gespräche und Kaffee-/Tee-Pausen – wir haben es genossen! Gemeinsam wurden die ersten seichten Steigungen in den Baumbergen mühelos überwunden. Nach einer erholsamen Nacht in Buldern bei Thorstens Eltern kamen noch einmal beide Familien und Freunde zusammen, um uns in unser Abenteuer mit vielen Umarmungen und ein paar Abschiedstränen zu entlassen. Bis Werne rollten wir zu siebt in Richtung Istanbul . Tim verabschiedete sich in Werne von uns, nachdem er uns zuvor ein wenig durchs Münsterland gescheucht hatte . Für uns war nun erst einmal eine Pause notwendig, die leider in einem ersten platten Reifen endete – in Werne sollte man Fahrräder wohl nicht unbeobachtet lassen. Aber gut, dass wir ja für alle Fälle gerüstet sind – das Flickzeug wurde von Alfred für gut befunden . Ohne weitere Pannen erreichten wir mit unseren Eltern Monika und Alfred, Mechthild und Günter unsere tolle Ferienwohnung in Wickede. In den nächsten Tag starteten wir wieder mit einer Flick-Aktion. Dieses Mal zeigte Sabines Fahrradschlauch Altersschwäche und musste ausgewechselt werden. 2 Pannen in 2 Tagen – das sollte wohl fürs Erste reichen! Ohne weitere Material- oder Muskelschwächen erklommen wir mit vereinten Kräften unseren höchsten Punkt in Deutschland: Winterberg. Auf dem Weg dort hin war ein alter Bekannter – die Ruhr – unser ständiger Begleiter. Bis zu ihrer Quelle folgten wir ihrem Lauf bergauf. Die drei gemeinsamen Tage reichten nicht aus, dass unsere Eltern genug von uns hatten – und wir von ihnen! Auch die vielen Höhenmeter konnten sie nicht abschrecken, sie wären am liebsten noch eine Weile mit uns gefahren. Für uns war es schön, dass unsere Eltern die ersten schweren Höhenmetern mit uns gemeinsam gemeistert haben. Es war für uns ein Ansporn! Außerdem waren unsere Eltern auch...

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