Menü
Südostasien
ferner Süden – naher Westen

ferner Süden – naher Westen

am 12. März 2015 | 5 Kommentare

Wochen der extremsten Gegensätze liegen hinter uns. Wir haben uns in der reichsten Stadt Südostasiens von diesem sehr abwechslungsreichen Teil der Erde verabschiedet und sind wieder zurück nach Europa geflogen. Von der heiß-schwülen Luft und der warmen Gastfreundschaft nahe des Äquators sind wir von einem Flieger in das feucht-kühle März-Wetter und die zurückhaltendere europäische Freundlichkeit im Osten von Frankreich katapultiert worden. Den bunten Mix der Kulturen in Malaysia und Singapur haben wir innerhalb eines Tages gegen die uns bekannte Gesellschaft Europas eingetauscht. Nach unserer faulen Woche auf Tioman freuten wir uns wieder so richtig darauf, endlich wieder aktiv zu werden und auf die Fahrräder zu steigen. Bis zu unserem Endziel Singapur waren es nur zwei Fahrradtage und wir waren voller Euphorie: unsere letzten Kilometer in Asien lagen vor uns! Unsere Laune bekam allerdings bald einen Dämpfer: Wir fuhren entlang der einzigen Straße, die Mersing und somit die gesamte Ostküste der malayischen Halbinsel mit Singapur verbindet. Dementsprechend wurde die Straße immer voller je näher wir Singapur kamen und die Autofahrer schienen immer weniger Rücksicht auf uns zu nehmen. Völlig gestresst aber glücklicherweise unversehrt erreichten wir die Grenze nach Singapur bei Johor Bahru. Johor Bahru ist so etwas wie eine malayische Vorstadt von Singapur, in der man verhältnismäßig günstig leben kann während man in Singapur das große Geld verdient. Dementsprechend ist der Verkehr zwischen den beiden Städten ziemlich rege – und wir steckten mitten drin Unser letzter Grenzübergang in Asien war wohl gleichzeitig auch unser geschäftigster. Es gibt eine gesonderte Spur nur für Motorradfahrer, die sich in ca. 20 Warteschlangen für die einzelnen Schranken aufsplittet. Wir beschlossen, wohl am ehesten zu den Motorradfahrern zu gehören (erstaunlicherweise gab es für Fahrradfahrer keine eigene Spur ). Und obwohl wir nicht zur Rush-hour unterwegs waren und der ganze Prozess schon ziemlich optimiert ist, dauerte es über eine Stunde, bis wir endlich die heiß ersehnten Stempel in den Pässen hatten! In Singapur hatten wir etwa 30 km zurückzulegen, um zu dem südlichsten Punkt der Stadt und damit zum südlichsten Punkt unserer Reise zu gelangen. Staunend radelten wir durch Singapur mit seinen breiten, sauberen Straßen, seinem geordneten Verkehr und vor allem seinen zahlreichen Grünflächen und Alleen. Die Stadt ist unglaublich grün, das hatten wir wirklich nicht...

Mehr lesen  »
Alles was das radreisende Herz begehrt

Alles was das radreisende Herz begehrt

am 3. März 2015 | 1 Kommentar

Weiter unberührter Dschungel, endlose Palmöl-Plantagen, einsame Berglandschaften, Traumstrände und -inseln, faszinierende Unterwasserwelt, unendliche Gastfreundschaft, kulturelle Vielfalt, einfache Kommunikation und tiefgehende Gespräche, abwechslungsreiches und leckeres Essen und das heißeste Klima, welches wir auf unserer Reise bisher erlebt haben – so lässt sich Malaysia, wie wir es kennen gelernt haben, wunderbar kurz und treffend zusammenfassen Als unser vorletztes südostasiatisches Land, auf welches nur noch Singapur als Millionenmetropole folgt, bereitet uns Malaysia einige der schönsten Wochen unserer gesamten Reise. Malaysia scheint uns noch einmal an so einige Erlebnisse des letztens Jahres erinnern zu wollen: Wir hatten einsame Tage in den Bergen des malayischen Inlands, die unseren Beinen wieder viel Kraft und unseren Köpfen einiges an Motivationsfähigkeit abverlangten. Zwar konnten wir in regelmäßigen Abständen Essensgelegenheiten finden, aber zum Schlafen waren wir auf das Zelt angewiesen, so dass wir uns an unsere abenteuerlichen und mental als auch körperlich harten Tage in Kirgisistan zurückversetzt fühlten – allerdings mit viel besserem Essen . Wir radelten sowohl durch endlos erscheinenden Dschungel, dessen Rufe und Laute der Affen, Vögel und Insekten ein Konzert boten das Gänsehaut verursachen konnte aus Faszination von dieser wilden und intakten Natur. Im totalen Gegensatz dazu standen ewige Kilometer entlang von Palmöl- und Kautschukplantagen, die eine traurige Ruhe und Gleichmäßigkeit entlang der Straße darstellten. Wie auch schon im Südosten Chinas war es erschreckend zu sehen, wie sehr der Mensch die Natur in Anspruch nimmt und die natürliche und wilde Vielfalt durch Einöde der Ordnung ersetzt. Wir können uns natürlich als Nutznießer der Erschließung von unberührten Teilen unserer Erde auch nicht lossagen. Wir radelten meistens auf gut ausgebauten und breiten Straßen! Ansonsten wäre es nicht so einfach gewesen, diese tolle Natur zu sehen, die ein klares Highlight unserer Reise ist. Auch die Menschen, die wir auf unserem Weg trafen stellen definitiv einen Höhepunkt unserer Reise dar. Während unserer gesamten Zeit auf dem Festland haben wir so gut wie kein Geld ausgeben KÖNNEN! Dadurch, dass wir viele Nächte im Zelt schliefen, blieb uns nur noch die Möglichkeit, unsere Malayischen Ringit für Nahrung auszugeben. Doch kaum setzten wir uns in ein Restaurant, wurden wir von irgendjemandem interessiert angesprochen, der dann nicht selten darauf bestand, unsere Rechnung zu übernehmen. Wir konnten es manchmal gar nicht glauben, wie freundlich...

Mehr lesen  »
Kambodschas Tempel & Thailands Strände

Kambodschas Tempel & Thailands Strände

am 9. Februar 2015 | 2 Kommentare

In dem letzten Monat haben wir nicht nur das kleine und arme Land Kambodscha von Ost nach West durchquert, sondern sind mit dem Grenzübertritt nach Thailand und auf unserem Weg entlang der Küste in eine Welt eingetaucht, die wohl gegensätzlicher zum Rest unserer gesamten Reise nicht sein könnte: Wir verbringen gemütliche Tage auf dem Fahrrad während wir die flachen Küstenstraßen entlang rollen und faule Tage an atemberaubenden, endlosen Stränden, die wir oft nur mit wenigen anderen Touristen teilen müssen. Wir staunen meist nicht schlecht über den wirklich guten Standard, der dem europäischen schon sehr nah kommt und genießen das leckere und überall zu bekommende Thai-Essen. Thailand an sich steht wirtschaftlich schon recht gut da und der Süden, den wir näher erkunden, ist auch noch der reichere Teil des Landes! Von dem armen Kambodscha kommend, in dem der Luxus des Reisens ausschließlich Langnasen vorbehalten zu sein scheint und die Tourismusbranche in den Händen der Ausgewanderten der selben Spezies liegt, freuen wir uns in Thailand darüber, unsere kleinen Paradiese oft nur mit Thais zu teilen. Ein schöner Gedanke zu wissen, dass eine tolle Urlaubsdestination für einheimische Urlauber so einladend hergerichtet wurde und nicht ein „Disneyland“ für westliche Touristen ist – halt einfach authentisch! Natürlich gibt es auch hier in Thailand davon Ausnahmen, zum Beispiel die Insel Koh Tao, die beliebt ist als günstiges Reiseziel für Taucher, oder solche, die welche werden wollen – so wie wir Von Banlung aus fuhren wir über geteerte und fast leere Straßen in Richtung Siem Reap, dem Ort an dem man die berühmten Ruinen der großen Khmer Tempel rund um Angkor Wat besuchen kann. In Kambodscha gibt es gerade im von uns beradelten nördlichen Teil eher wenige große Städte mit Hotels und Guesthouses. Meist gibt es solche nur in den Provinzhauptstädten. Die Längen unserer Tagesetappen waren dementsprechend ambitioniert. Direkt am ersten Tag fuhren wir über 140 km von Banlung bis in die nächste Provinzhauptstadt Stung Treng. Zu unserem Glück wurde die Straße erst vor wenigen Jahren asphaltiert und wir konnten diese Kilometer mit Rückenwind auf guter Straße ohne Steigungen abspulen. Schockiert waren wir allerdings über das Landschaftsbild: Wo vermutlich noch vor einigen Jahren dichter Urwald gestanden hatte, sah man jetzt nur noch angepflanzte Plantagen. Nicht selten...

Mehr lesen  »
Ein Abstecher zum Chinesischen Meer

Ein Abstecher zum Chinesischen Meer

am 6. Januar 2015 | 3 Kommentare

Seit unserem letzten Reisebericht ist viel Zeit vergangen und so einige hundert Kilometer zählt unser Kilometerstand auf dem Tacho mehr. Von Vientiane sind wir ein Stück den Mekong herunter gefahren, um schon nach wenigen Tagen in Richtung Osten nach Vietnam abzubiegen. Innerhalb von 18 Tagen sind wir von Nordvietnam nach Südvietnam gefahren, haben unsere Füße ins wilde chinesische Meer gehalten, die Regenzeit in Zentralvietnam überstanden und viele Facetten des Landes kennengelernt. Und obwohl wir nun wieder weit weg vom chinesischen Meer sind, kommt hier in Kambodscha das absolute Urlaubsfeeling auf. Wir schlürfen Cocktails oder Fruchtshakes bei strahlendem Sonnenschein, während wir unter Palmen in der Hängematte schaukeln und den Blick über den kleinen See hier in Ban Lung schweifen lassen. Und nein, das ist jetzt nicht übertrieben! Wir sind tatsächlich mit dem Fahrrad bis in begehrte Winterurlaubs-Destinationen geradelt – ein unglaubliches Gefühl wenn wir auch nicht jeden Kilometer aus eigener Kraft bewältigt haben… wir sind trotzdem stolz! Die Hauptstadt von Laos verließen wir mit teuren Visa für Vietnam in unseren Reisepässen und folgtem dem Mekong auf dem flachen Highway 13 Richtung Süden. Wir kamen richtig schnell voran, im Schnitt 20 km/h zu radeln war ein Klaks! Die Sonne schien angenehm warm auf uns herunter und der Fahrtwind bewahrte uns vorm Schwitzen. Rechts von uns konnten wir immer mal wieder einen Blick auf den breiten Mekong werfen und schon einmal nach Thailand auf der anderen Uferseite herüberwinken. Die Sonne tauchte die Landschaft um uns herum in ein Meer aus Gold, denn auf abgeernteten Reisfeldern standen trockene, gelbe Halme. Hin und wieder wurde das Gold aber auch unterbrochen von tiefem Schwarz. Die Laoten brennen nämlich zu dieser Zeit des Jahres ihre Felder ab, damit sie sie bald wieder neu bewirtschaften können. Nach 2 Tagen bogen wir in Vieng Kham von dem Highway 13 auf die Straße 8 ab, die uns nach Osten in Richtung Vietnam führte. Auf dieser Straße hatten wir kaum noch Verkehr, immer schroffere Berge erhoben sich um uns herum und wir genossen tolle Ausblicke auf die Karstlandschaft. Da wir die Kong Lor Höhle anschauen wollten, mussten wir diese wunderschöne Straße verlassen und legten damit einen Umweg ein. Wir staunten nicht schlecht, als sich plötzlich eine total flache Ebene vor...

Mehr lesen  »
Entspannen in Laos

Entspannen in Laos

am 12. Dezember 2014 | 9 Kommentare

Wir sind nun bereits seit mehr als 2 Wochen in Laos. In dieser Zeit haben sich uns gefühlt mehr Rätsel aufgetan als Fragen geklärt. Die Menschen in diesem Land sind einige der ärmsten, die wir bisher auf unserer Reise getroffen haben. Auf unserem Weg durch die kleinen Dörfer sehen wir immer wieder Bambushütten, in denen die Menschen auf engem Raum leben. Wie auch schon in Kirgisistan beobachten wir, dass die Häuser in den Dörfern selten über fließend Wasser verfügen. Während wir auf dem staubigen Highway neben den Lastern entlang rollen, waschen Frauen an den öffentlichen Wasserstellen direkt an der Straße ihre Wäsche. Mädchen und Frauen duschen sich in Kleidung oder mit einem Handtuch um den Körper gewickelt. Manchmal gibt es den Luxus eines Sichtschutzes zum Duschen. Kinder spielen an der Straße. Auf nackten Füßen jagen sie einem ausrangierten, alten Reifen hinterher, den sie mit einem Stock immer wieder anstoßen und balancieren. Hühner, Schweine und Hunde suchen am Straßenrand nach Nahrung. Der Unterschied zwischen den Dörfern und Städten ist riesig. Vor allem die Städte, die von Touristen angesteuert werden, sind wie eine andere Welt. Dort wo Backpacker sind, findet man Straßen voller Restaurants und Bars, die Burger, Pommes und Cocktail-Happy-Hours anbieten, und Guesthouses, die über westliche Toiletten verfügen. Laos ist das von westlichen Touristen am meisten überrannte Land, welches wir auf unserer Reise besucht haben. Schon längst kein Geheimtipp mehr! Wir beobachten das gleiche Phänomen wie in den chinesischen touristischen Städten: das wirkliche Leben macht einem Paradies Platz, welches den Touristen (in diesem Fall sind es Europäer, Amerikaner, Kanadier, Australier, Thailänder und Chinesen) einen möglichst einfachen und sorgenfreien Alltag ermöglichen will – manche Städte halten vielleicht sogar mit dem Ballermann mit. Und trotz dieser zwei gegensätzlichen Welten, die hier nebeneinander existieren, sind die Laoten die bestgelauntesten Menschen, die wir bisher kennengelernt haben, von Neid beim Anblick der wohlgenährten und gut gekleideten Touristen keine Spur! Die Frau, die einen Holzwagen durch die Straßen zieht, auf dem sie den Plastikmüll einsammelt, schaut auf, wenn wir vorbei laufen und lächelt uns freundlich an – kein Betteln, von negativen Gefühlen keine Spur! Wir sind immer wieder überrascht, wie glücklich die Laoten auf uns wirken. Ein Lächeln sitzt immer locker auf den Lippen und die...

Mehr lesen  »
Auf in den Süden

Auf in den Süden

am 26. November 2014 | 2 Kommentare

Wir haben China hinter uns gelassen und sind nun in Laos! Unglaublich auch für uns, dass wir schon so weit gekommen sind. Wir haben das Gefühl nun in dem entspannteren Teil unserer Reise mit viel Urlaubsfeeling angekommen zu sein. Auch das Klima hat sich innerhalb der letzten Tage sehr geändert, wir sind nun wirklich in den Subtropen und schwitzen, schwitzen, schwitzen sobald die Sonne sich einmal zeigt Von Lijiang haben wir noch ein Stück die Pfade der Touristenmassen verfolgt und sind nach Dali gefahren. Ein paar Berge standen uns bis zu diesem Ziel noch im Weg, die wir aber recht mühelos überwunden haben. Danach rollten wir am Erhai-See entlang durch ein breites Tal auf einer super Straße. Bereits mittags kamen wir in der Altstadt von Dali an. Den verbleibenden Nachmittag verbrachten wir damit, die Altstadt zu erkunden. Ebenso wie Lijiang, ist auch die Altstadt von Dali komplett in der Hand der Touristen. Es war schön, sich das Getummel einen Nachmittag lang anzuschauen und dann am nächsten Tag wieder aufzubrechen. Wir hatten erst einmal genug von dem Massentourismus. Wahrscheinlich tun wir Dali aber auch ein wenig Unrecht, da wir nur sehr kurz dort waren und viele Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten nicht mitgenommen haben. Nach sechs Wochen China hatten wir mal wieder Lust auf eine Veränderung der Kultur und sehnten uns Laos herbei, unserem nächsten Land auf unsere Route. Deswegen entschieden wir uns, ein wenig aufs Tempo zu drücken. Bis zur Grenze waren es noch 750 km und wir haben eine fixe Deadline, zu der wir in einer größeren Stadt mit schnellem Internet sein müssen. Vera und Andreas, Thorstens Bruder, heiraten am Samstag standesamtlich und wir wollen natürlich live dabei sein (auch wenn es leider nur per Skype möglich ist). Da Laos nicht das bevölkerungsreichste Land ist, war unser Ziel damit Luang Prabang, ca. 300 km nach der Grenze. Wir hatten also innerhalb von 13 Tagen 1050 km zu erradeln, eine Strecke für die wir normalerweise einen Monat einplanen. Die bergige Landschaft machte unser Ziel noch ein wenig ambitionierter Voller Tatendrang brachen wir aus Dali auf. Obwohl wir uns beide eine ordentliche Erkältung eingefangen hatten, wollten wir zumindest ein paar Kilometer fahren. Wir radelten also erst einmal in die neue Stadt Dali,...

Mehr lesen  »
Translate »