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Kambodschas Tempel & Thailands Strände

Kambodschas Tempel & Thailands Strände

9. Februar2015

In dem letzten Monat haben wir nicht nur das kleine und arme Land Kambodscha von Ost nach West durchquert, sondern sind mit dem Grenzübertritt nach Thailand und auf unserem Weg entlang der Küste in eine Welt eingetaucht, die wohl gegensätzlicher zum Rest unserer gesamten Reise nicht sein könnte: Wir verbringen gemütliche Tage auf dem Fahrrad während wir die flachen Küstenstraßen entlang rollen und faule Tage an atemberaubenden, endlosen Stränden, die wir oft nur mit wenigen anderen Touristen teilen müssen. Wir staunen meist nicht schlecht über den wirklich guten Standard, der dem europäischen schon sehr nah kommt und genießen das leckere und überall zu bekommende Thai-Essen. Thailand an sich steht wirtschaftlich schon recht gut da und der Süden, den wir näher erkunden, ist auch noch der reichere Teil des Landes! Von dem armen Kambodscha kommend, in dem der Luxus des Reisens ausschließlich Langnasen vorbehalten zu sein scheint und die Tourismusbranche in den Händen der Ausgewanderten der selben Spezies liegt, freuen wir uns in Thailand darüber, unsere kleinen Paradiese oft nur mit Thais zu teilen. Ein schöner Gedanke zu wissen, dass eine tolle Urlaubsdestination für einheimische Urlauber so einladend hergerichtet wurde und nicht ein “Disneyland” für westliche Touristen ist – halt einfach authentisch! Natürlich gibt es auch hier in Thailand davon Ausnahmen, zum Beispiel die Insel Koh Tao, die beliebt ist als günstiges Reiseziel für Taucher, oder solche, die welche werden wollen – so wie wir

Von Banlung aus fuhren wir über geteerte und fast leere Straßen in Richtung Siem Reap, dem Ort an dem man die berühmten Ruinen der großen Khmer Tempel rund um Angkor Wat besuchen kann. In Kambodscha gibt es gerade im von uns beradelten nördlichen Teil eher wenige große Städte mit Hotels und Guesthouses. Meist gibt es solche nur in den Provinzhauptstädten. Die Längen unserer Tagesetappen waren dementsprechend ambitioniert. Direkt am ersten Tag fuhren wir über 140 km von Banlung bis in die nächste Provinzhauptstadt Stung Treng. Zu unserem Glück wurde die Straße erst vor wenigen Jahren asphaltiert und wir konnten diese Kilometer mit Rückenwind auf guter Straße ohne Steigungen abspulen. Schockiert waren wir allerdings über das Landschaftsbild: Wo vermutlich noch vor einigen Jahren dichter Urwald gestanden hatte, sah man jetzt nur noch angepflanzte Plantagen. Nicht selten sahen wir auch, wie Waldflächen einfach wegbrannten. Die Idee dahinter ist folgende: Nachdem die teuren (und geschützten) Hölzer geschlagen wurden, wird der Rest einfach verbrannt, um die Fläche wirtschaftlich nutzen zu können. Obwohl dieses Vorgehen nicht legal ist, werden Schlupflöcher in den Gesetzen genutzt; jeder möchte schließlich am Aufschwung teilhaben! In Stung Treng trafen wir zum letzten Mal auf unserer Reise auf den Mekong. Im Vergleich zu unserem letzten Zusammentreffen in Laos war er in Stung Treng ein richtig breiter Strom und es war schön im frühen Morgengrauen mit anzusehen, wie die Leute am Fluss vom Fluss leben. Die Temperaturen erreichen tagsüber gerne mal über 30°C im Schatten bei einer gleichzeitigen hohen Luftfeuchtigkeit. Für uns heißt das: Früh aufstehen um der Sonne in den heißen Mittagsstunden zu entgehen! Es ist zwar morgens immer wieder schwer sich um 5 Uhr aus dem Bett zu quälen, aber wenn man dann kurz vor dem Sonnenaufgang schon auf dem Fahrrad sitzt, wird man mit einer unbeschreiblich beruhigenden und schönen Morgenstimmung belohnt Fischer holen bereits ihren Fang ein und man erwischt mit etwas Glück den ein oder anderen Sportler, die sich nur vor Sonnenaufgang herauswagen.

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Auch der nächste Tag nach Preah Vihaer war mit über 140km wieder sehr lang. Das scheinbar endlose Pedalieren über die flache Ebene wurde uns aber immer wieder durch die Freundlichkeit der Dorfeinwohner versüßt. Wenn wir durch die Dörfer radeln, werden wir mit vielen freudigen “Hello” und “Bye-Bye” Rufen begrüßt. Die kambodschanischen Dörfer bestehend meistens aus einer im Palmen-Dschungel verstreuten Ansammlung von Bambushütten. Die Hütten sind immer auf Stelzen erbaut, so dass das Erdgeschoss in der Trockenzeit ein kühler schattiger Rückzugsplatz ist und in der Regenzeit der Wohnbereich in der Hütte nicht mit Wasser vollläuft. Auf den Straßen sieht man hier wieder mehr Radfahrer und Fußgänger, da die Familien meistens noch zu arm sind um sich einen Motorroller zu leisten. Für die Landwirtschaft werden aber auch hier eher seltener noch Ochsen und Pferde eingesetzt, stattdessen sehen wir fast nur noch einen einfachen Motor auf zwei Rädern der dann für alle möglichen Arbeiten vor die verschiedensten Karren gespannt wird – der perfekte Ochsenersatz!

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Der Weg nach Siem Reap führte uns noch an zwei alten Tempelanlagen vorbei, die wir erkundeten. Die Koh Ker Tempel sind die Überreste der ersten Hauptstadt des Khmer Reiches und sind um einiges kleiner als die berühmten Tempel bei Siem Reap. Dafür allerdings auch viel weniger von Touristen besucht – wir waren zeitweise völlig alleine hier! Die Tempel sind noch komplett von Dschungel umgeben und haben uns sehr gut gefallen. Sie strahlten eine Ruhe aus, die für uns den Charme dieser Tempel ausmachte. Nach unserem ersten “Sightseeing” in Kambodscha bezogen wir das beste Guesthouse im naheliegenden Dorf. Für eine Nacht schliefen wir fast genauso wie die im Dorf lebenden Kambodschaner, unser einziger Luxus war ein innenliegendes Badezimmer. Bei einem “German Beer” (“Ganzberg” – in Kambodscha gebraut) beobachteten wir auf der Veranda des Guesthouses sitzend wie das Straßenleben mit zunehmender Dunkelheit zum Erliegen kam.

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Der zweite Tempel “Beng Mealea” liegt schon viel näher an Siem Reap, wodurch er für die Massen an Touristen aus Siem Reap gerne als Ausflugsziel angesteuert wird. Wir kamen bereits mit 50 km in den Beinen gegen halb 10 also zusammen mit vielen Touristenbussen dort an. Unser Tempelerlebnis war dadurch ein völlig anderes als zuvor und wir nahmen uns für die großen Tempel um Angkor Wat vor, uns eine Taktik auszuarbeiten wie wir diesen Touristenmassen entgehen können.

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Hatten wir zuvor in Kambodscha relativ wenige Touristen auf den Straßen erlebt, schien es uns auf der Hauptstraße von “Beng Maelea” nach Siem Reap so, als ob fast das ganze Verkehrsaufkommen nur noch durch Touristenbusse und Tuktuks entsteht. Wir bogen kurzerhand von der Hauptstraße ab und fuhren über eine Lehmpiste zwischen Palmenwäldern, kleinen Dörfern und Reisfeldern in Richtung Siem Reap. In der Mittagspause konnten wir dann auch noch die Wettlust der Khmer beobachten. In dem kleinen Restaurant war ein alter Röhrenfernseher aufgestellt, um den sich eine Gruppe von 10-15 Männern scharte. Es lief Kick-Boxing und jeder ausgetragene Kampf wurde lautstark kommentiert und nachdem der Sieger feststand wechselten kleinere Geldbeträge die Besitzer. Laut einem Reiseführer soll die Wettlust der Khmer sogar so groß sein, dass mitunter schon einmal auf die Wetterprognose gewettet wird, wenn es gerade kein besseres Wettereignis gibt.

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Siem Reap hatte für uns außer der Tempelanlagen nicht so viel zu bieten. Die Stadt schien nur aus einem Grund so groß zu sein: Massentourismus. Waren die Tempelanlagen wohl bis vor 10 Jahren noch ein Geheimtipp den man in Ruhe erforschen konnte, ist es inzwischen nur noch schwer möglich die Stimmung der Tempel ohne laute Touristengruppen zu erleben. Um den Touristenmassen zu entgehen sind wir jeden Morgen sehr früh aufgestanden, um schon in der Dämmerung an den Tempeln zu sein. Sobald es dann zu voll wurde sind wir für eine ausgedehnte Mittagspause zurück zum Hotel um dann am frühen Abend noch einmal zu den Tempelanlagen zu fahren. Die Ausdehnung der Tempelanlagen ist gewaltig, allein an den drei Tagen, die wir die Anlagen besichtigt haben, haben wir über 100 km mit unseren Fahrrädern zurückgelegt. Wir hatten Glück und waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnten so die Tempel in Ruhe genießen. Sie sind auf jeden Fall sehenswert und beeindruckend! Aber Bilder sagen ja manchmal mehr als Worte, also schaut einfach selbst:

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Nach vier entspannten Tagen in Siem Reap machten wir uns bereits auf den Weg in Richtung thailändischer Grenze. Da wir allerdings ein großes Stück auf einer stark befahrenen Autobahn hätten fahren müssen, entschieden wir uns dazu, dem Pfad der Backpacker zu folgen und legten die Strecke nach Battambang über den Wasserweg zurück. Wir radelten früh morgens zum Anlegesteg und verstauten unsere Fahrräder auf dem Dach des kleinen Bootes. Das Boot fuhr über den großen See Tonle Sap und über den Fluss Sangker nach Battambang. Der See Tonle Sap hat eine sehr schwankende Größe, da in der Regenzeit der Mekong so viel Wasser führt, dass das Wasser in den Tonle Sap zurückfließt. Die am Fluss Sangker lebenden Menschen haben sich an diese Gegebenheiten angepasst und leben in schwimmenden Häusern, die mit dem Wasserstand mitgehen. Auf dem kleinen Bötchen haben wir Boris und Mihailo kennengelernt, zwei Reiseradler aus Belgrad die für drei Monate durch Südostasien radelten. Wir beschlossen am nächsten Tag gemeinsam über die Grenze nach Thailand zu radeln.

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Das Radfahren fiel uns am nächsten Tag trotz einer Strecke von 130 km überhaupt nicht schwer, da wir meistens in interessante Gespräche mit Boris und Mihailo vertieft waren. Auf Kambodschanischer Seite der Grenze war eine kleine Casinostadt errichtet worden mit der man anscheinend versuchte, die reicheren Thais anzulocken. Ein ähnliches Bild in kleinerem Maßstab haben wir auch am Grenzübergang von Vietnam nach Kambodscha erlebt. Offensichtlich versucht Kambodscha durch diese grenznahen Glückspielstätten ein paar ausländische Devisen in die öffentlichen Kassen zu spülen. Der Grenzübergang nach Thailand war endlich mal wieder komplett kostenlos für uns! Wir brauchten zum ersten Mal seit Kirgisistan kein Visum um ins Land zu kommen.

Thailand und Kambodscha sind sehr unterschiedlich. Der erste bemerkbare Unterschied traf uns direkt nach der Grenze. In Thailand herrscht Linksverkehr! Unser erstes Land auf der Reise wo wir auf der “falschen” Seite fahren müssen! Das war für uns in den ersten Tagen eine ganz schöne Umstellung. Nach jedem Aufsteigen aufs Rad fuhren wir automatisch auf die rechte Seite der Straße, so wie immer auf unserer Reise. Es hat dann meist ein paar Sekunden oder ein entgegenkommendes Auto gebraucht, um wieder an den Linksverkehr erinnert zu werden. Inzwischen haben wir uns sehr gut daran gewöhnt und fahren immer schön brav links. Thailand hat uns aber nicht nur mit neuen Verkehrsregeln überrascht. Im Vergleich zu allen bisherigen südostasiatischen Ländern ist es wesentlich reicher und erscheint uns viel geordneter. Den Reichtum merken wir vor allem an den vielen schnellen Autos auf den gut ausgebauten Straßen (manchmal sogar mit Seitenstreifen!), den schicken Wohnhäusern und den teureren Hotels. Haben wir in Kambodscha noch außerhalb der Touristenzentren höchstens 10$ für eine Übernachtung bezahlt, müssen wir in Thailand zwischen 13$ und 20$ pro Nacht zahlen. Das Reisen in Thailand ist für uns insgesamt weniger abenteuerlich. Englisch wird meistens zumindest ein wenig verstanden, es gibt wieder Supermärkte in jedem Ort mit ausgezeichneten Preisen und man bekommt an fast jeder Ecke köstliches Essen zu kleinen Preisen. Also ein sehr gutes Land zum Urlaub machen! Und genau das war auch unser Plan – ein wenig Urlaub vom “Reisen”. Denn Reisen ist meistens kein Urlaub – man muss immer Planen und Organisieren. Wo fahren wir her? Wo können wir schlafen? Wo bekommen wir etwas Leckeres zu essen was nicht Innereien, Knochen oder ähnliches enthält? Werde ich gerade über den Tisch gezogen oder zahle ich einen fairen Preis? Und die Kommunikation mit den Leuten ist mit Händen und Füßen auch eine Herausforderung.

Unter dem Motto Urlaub zu machen, war auch unser erstes Ziel in Thailand schnell bestimmt: Ab zum Strand! Das letzte Mal waren wir vor Istanbul an einem Strand an dem man auch schwimmen konnte, es wurde also höchste Zeit Wir verabschiedeten uns noch kurz von Boris und Mihailo, die sich ein paar Tage auf einer kleinen Insel gönnen wollten, bevor ihre Südostasien-Reise in Bangkok zu Ende ging. In der schönen Stadt Chanthaburi legten wir eine längere Mittagspause bei Snacks vom Markt und richtigem Cappuchino ein. Es war bisher die schönste Stadt die wir in Thailand gesehen haben. Am Abend erreichten wir den Strand Chao Lao mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Anscheinend wird dieser Strand hauptsächlich von Thais besucht und so waren wir ziemlich die einzigen Langnasen unter ein paar Thais. Wir entspannten uns unter Pinienbäumen am menschenleeren Strand und genossen unser Curry beim Sonnenuntergang am Abend. Ein schöner Start in den Urlaub!

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Nach ein paar Nächten ging es auf unseren Rädern nach Bangkok. Auf dem Weg dorthin versuchten wir so gut wie möglich den großen Straßen und damit auch dem Verkehr auszuweichen. Wir fuhren teilweise über kleine Trampelpfade und Sandpisten an endlosen Palmen-, Ananas- und Kautschukplantagen vorbei. Google Maps hat in Thailand wirklich jeden kleinen Trampelpfad kartographiert, egal ob er befahrbar ist oder nicht. Obwohl wir zwischendurch auf Grund von schlechter Wege geflucht haben und so manches Mal plötzlich mitten im Nirgendwo standen, war es ein sehr schöner Weg ohne viele Autos der uns einen guten Eindruck vom Hinterland gegeben hat. Ab ca. 100 km vor Bangkok konnten wir leider den vielen Autos nicht mehr ausweichen und mussten auf einer 2-stöckigen (!!!) und 7-spurigen (pro Richtung) Autobahn fahren. Bis kurz vor Bangkok war das eigentlich kein Problem, denn wir konnten auf einem Seitenstreifen bequem und sicher fahren. In Bangkok selber verschwand der Seitenstreifen und wir mussten uns durch 3-stöckige Kreuzungen navigieren um zu unserem Gastgeber zu kommen.

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Für Bangkok haben wir es zum ersten Mal geschafft über Warmshowers einen Gastgeber zu finden. Warmshowers ist eine Online-Community von Reiseradlern, auf der man andere Reiseradler in fremden Städten finden kann, die einem für ein paar Tage ein Zuhause geben. Unser Warmshower Gastgeber Carl hieß uns mit offenen Armen willkommen und wir hatten eine sehr schöne Zeit bei ihm. Seine Wohnung wurde für uns schnell zur Oase der Ruhe im hektischen Bangkok und wir verbrachten die Abende damit, stundenlang über das Radreisen und Ausrüstung zu sprechen. Carl plant nämlich, im April ebenfalls auf eine längere Radreise aufzubrechen und so hatten wir uns viel zu erzählen. Wir hoffen er trifft auf seiner Reise auch auf so gute Gastgeber wie er es für uns war.

Wir hatten uns nicht wirklich über Bangkok informiert und wussten nur, dass dort der erste Rohloff-Händler seit Istanbul auf uns wartet. Touristisch gesehen hat uns Bangkok ein wenig enttäuscht, was aber auch vielleicht daran liegen mag, dass wir uns auf Grund der Touristenmassen die Hauptattraktion (Präsidentenpalast) nicht angeschaut haben. Unser Aufenthalt dort hat sich aber trotzdem sehr gelohnt. Zum Einen haben wir wichtige Ersatzteile für unsere Räder bekommen und zum Anderen haben wir Boris und Mihailo wiedergetroffen. Die beiden waren am Ende ihrer Reise angekommen und haben uns ein besonderes Geschenk gemacht: Zelt und Isomatten! Wir hatten es zwischenzeitlich sehr bereut, unsere Campingsachen zurück nach Deutschland geschickt zu haben und hatten schon lange darüber nachgedacht, wie wir wieder an Camping-Equipment kommen könnten. Boris und Mihailo konnten unsere Misere sehr gut nachempfinden und haben uns kurzerhand angeboten ihr Camping-Equipment zu leihen! Wir freuten uns riesig über diese Großzügigkeit: Die Strände konnten kommen

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Mit Zelt und Isomatten auf frisch gewarteten Fahrrädern machten wir uns dann auch möglichst schnell auf den Weg zum nächsten Strand. Wir hatten ein wenig Glück, da wir an einem Sonntag aus Bangkok herausfuhren an dem der Verkehr nicht so stark war. Trotzdem waren die 60 km bis zum Ende des Einzugsgebiets Bangkoks mit viel Lärm und Abgasen keine schöne Fahrradstrecke. Es wurde dunkel und obwohl wir die ganze Zeit durch städtisches Gebiet fuhren, konnten wir kein Hotel ausfindig machen. Thailand hat ein eigenes Alphabet und außerhalb der Touristenzentren sind Hotels nicht auf Englisch gekennzeichnet. Zudem kommt das Problem, dass die Hotels hier von außen für uns nicht immer als solche zu erkennen. Wir radelten eine Stunde im Dunkeln bevor wir in Samut Sakhon in einer kleinen Nebenstraße fündig wurden.

Am nächsten Tag führte uns der Weg durch zahlreiche Salzfelder zur Ostküste der Malaiischen Halbinsel und wir gönnten uns nach einem langen Fahrradtag ein Bad im Meer mit anschließendem Bier vor unserem Zelt am Strand. Wir waren überglücklich, das Erlebnis Zelten wieder zu haben. An den Thailändischen Stränden ist Zelten meist auch sehr komfortabel, denn an den öffentlichen Stränden gibt es oft die Möglichkeit zu Duschen und es finden sich sogar immer ein paar Essensbuden

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Auf kleinen Straßen immer möglichst nah an der Küste fuhren wir die nächsten Tage weiter Richtung Süden. Unser Weg führte uns dabei auch durch den Ort Hua Hin. Wir nahmen ihn als eine ca. 10-15 km lange Aneinanderreihung von Hotels wahr und wunderten uns, warum so viele, vor allem westliche Touristen hierher fuhren. Drumherum gab es nur 30 km entfernt schöne einsame Strände mit kleinen niedlichen und günstigen Beach-Resorts und trotzdem zieht es viele Touristen in diesen unwirklichen Ort, um sich dort mit vielen anderen ein paar Quadratmeter Strand zu teilen. Für uns war das nichts und so verwarfen wir unseren anfänglichen Plan, hier eine Nacht zu übernachten, und tauschten das Hotel gegen eine Zeltnacht unterm Sternenhimmel am Strand. Die Strände waren schön, aber das Radfahren wurde immer langweiliger. Die Landschaften wechselten sich nicht mehr ab und es gab keine Hügel mehr zu erklimmen. Eine Herausforderung musste her In der Nähe gab es einen Nationalpark für den man angeblich Eintritt bezahlen muss, wenn man ihn über die Hauptstraße betritt. “Es wäre doch gelacht, wenn wir mit unseren Rädern nicht auch einen günstigeren Weg finden!” Also studierten wir die Satellitenbilder von Google Maps und fanden schnell was wir suchten: ein kleiner Pfad der in den Nationalpark führt! Der kleine Pfad entpuppte sich allerdings schnell als Hindernisparcours. Er war sehr sandig und wurde immer wieder durch Stacheldrahtzäune und einen kleinen Fluss unterbrochen. Einige der Stacheldrahtzäune ließen sich öffnen, andere widerrum hochhalten, der letzte allerdings zwang uns dazu die Fahrräder über den Zaun zu tragen. Für 500 Meter Strecke benötigten wir über eine Stunde Im Nationalpark angekommen wartete ein perfekter Campingplatz auf uns. Für nur 1$ pro Person konnten wir unser Zelt direkt am Strand unter Pinien aufstellen und hatten kostenloses WLAN und Sanitäranlagen! Wir blieben zwei Nächte und genossen die Einsamkeit in diesem versteckten Paradies.

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Thailand ist nicht nur für seine schönen Strände berühmt, sondern auch für seine schöne Unterwasserwelt. Da wir von der noch nichts gesehen hatten, machten wir uns auf nach Koh Tao um einen Tauchkurs zu absolvieren. Koh Tao ist eine kleine Insel im Golf von Thailand die berühmt ist für ihre günstigen Tauchkurse in schöner Umgebung. Mit einer Nachtfähre wollten wir von Chumphon nach Koh Tao übersetzen um am nächsten Morgen gut erholt die Insel zu erkunden. Wir kamen am Sonntag in Chumphon an und es fuhr am gleichen Abend ein kleines Nachtschiff zur Insel. An allen anderen Wochentagen fährt eine größere Nachtfähre – nur am Sonntag nicht. Was dies für unsere Überfahrt bedeutete wurde uns allerdings erst in der Nacht klar. Wir schliefen auf “Betten” aus Schaumstoff, die auf das Oberdeck aneinander gereiht worden waren. Als es Zeit wurde ins Bett zu gehen wurde der Seegang immer stärker und der Nachteil eines kleinen Schiffes wurde uns bewusst: Es ist ein Spielball der Wellen! Die Überfahrt entwickelte sich von einer schönen Schifffahrt zu einem Horrortrip. Schon nach kurzer Zeit mussten sich viele Passagiere übergeben und jeder versuchte nur so gut es geht die Übelkeit zu unterdrücken, um nicht auf allen Vieren zur Toilette zu krabbeln oder zu riskieren über Bord zu gehen. Wir hatten eine sehr schlechte Nacht an Board und kamen völlig erledigt und mit flauem Gefühl im Magen am nächsten Morgen auf Koh Tao an.

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Für die schlechte Überfährt wurden wir auf Koh Tao aber mehr als entschädigt. Obwohl die Insel sehr touristisch ist, fanden wir ein eher ruhigeres Plätzchen weit weg von der Partymeile. Dank unserer Vorbildung beim DLRG Steinfurt war der Tauchkurs trotz sehr knapp gehaltener Theoriestunden völlig ausreichend. Nach nur drei Tagen konnten wir uns nun “Open Water Diver” nennen. Das Tauchfieber hat uns gepackt und wir haben direkt zwei weitere Tauchgänge gemacht um die reiche Unterwasserwelt vor Koh Tao zu erkunden. Vielen Dank an dieser Stelle an Franzi und Benny für die tollen Unterwasseraufnahmen! Tauchen ist für uns ein faszinierendes Erlebis welches wir in Malaysia fortführen wollen. Wir hoffen die Monsunzeit an der Ostküste macht uns keinen Strich durch die Rechnung.

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Inzwischen haben wir auch unsere Rückkehr nach Deutschland ein wenig durchdacht. Wir planen am 28.03. unsere Reise in Borghorst dort zu beenden wo sie auch angefangen hat. Vorher fliegen wir am 09.03. von Singapur nach Paris und radeln dann die letzten Kilometer in Europa. Unsere Zeit in Südostasien neigt sich schon fast dem Ende entgegen – noch 28 Tage bis zum Rückflug und noch viel zu erleben!

Bericht im Reiseverlauf »

Gefahrene Strecke

    2 Kommentare

  1. Hey Ihr zwei,

    mal wieder schöne Bilder und ein fesselnder Bericht.
    Ich freue mich bereits auf die gesprochenen Worte eurer Tour.

    Ihr habt bestimmt so viel zu erzählen und wisst bestimmt nicht wo Ihr anfangen sollt.

    Ist es echt schon ein Jahr her… oh man…

    Bis bald..
    LG Dirk

  2. Hallo Ihr Beiden. Jetzt nach diesem Beitrag über Kambodscha und Thailand hätte ich blind tauschen wollen.
    Das sah ja wirklich nach Urlaub aus. Die Bilder am Strand mit Fahrrad, Palmen und Hängematte sind einfach genial. Aber ich will das Tauchen auch nicht vergessen. Super !!! Genießt weiter die schöne Zeit.

    Schöne Grüßen aus dem jetzt mal sonnigen Buldern. Günter

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